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Porträt : Der Ankläger der Prinzessin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Untersuchungsrichter José Castro hat sich mit dem mächtigen spanischen Königshaus angelegt.

svz.de von
erstellt am 28.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Der Betrugsprozess gegen Spaniens Prinzessin Cristina und ihren Ehemann Iñaki Urdangarin wird durch einen neuen Skandal bereichert: Ein vom Königshaus verpflichteter Anwalt soll versucht haben, den Untersuchungsrichter des Falles vermutlich mit Schmiergeld von einer Anklage der Prinzessin abzubringen. Dieser Vorwurf, mit dem der Ermittlungsrichter nun an die Öffentlichkeit ging, fügt sich zu dem Eindruck, dass Spaniens Königshaus und auch die Regierung hinter den Kulissen alles unternehmen, um eine Verurteilung Cristinas zu verhindern. Das mutmaßliche Angebot an den mallorquinischen Untersuchungsrichter José Castro könnte einer filmreifen Verschwörung entstammen: Der Chef-Verteidiger des Anwaltteams Cristinas soll dem Richter per Mittelsmann ein „hochgeheimes Treffen“ an einem abgeschiedenen Ort vorgeschlagen haben: Auf einer einsamen Finca irgendwo auf Mallorca. Er habe keinen Zweifel, dass es dabei um Fragen gehen sollte, „die nicht in einem normalen Umfeld wie meinem offiziellen Büro besprochen werden konnten“, berichtete Castro. Etwa um ein hohes Bestechungsgeld, um eine Strafverfolgung der Prinzessin zu verhindern. Der 68 Jahre alte José Castro ist der erste Untersuchungsrichter, der es wagte, sich ein Mitglied der Königsfamilie vor Gericht zu bringen. Für viele Bürger ist Richter Castro wegen seiner Unbeugsamkeit ein Held.

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