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80er-Jahre : Das Lieblingsjahrzehnt

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Helmut, Steffi, Nena, Falco... Die 80er-Jahre sind in Deutschland beliebter als die 50er, 60er, 70er oder 90er – behauptet eine Umfrage

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erstellt am 29.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Egal, ob Schmidt oder Kohl: Beide Bundeskanzler trugen den Vornamen Helmut. Und viele große Popstars hießen kurz und knapp – wie Nena, Prince und Falco: Die 80er-Jahre, in denen laut Diego Maradona bei einer Fußball-WM die „Hand Gottes“ im Spiel war und dank Boris Becker und Steffi Graf viele Deutsche den Tennissport für sich entdeckten, könnte man als ein ziemlich kurioses Jahrzehnt erzählen. Doch die Jahre 1980 bis 1989 waren auch ernst – etwa mit der Angst vor dem Atomtod, der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, dem Waldsterben oder der damals neuen Seuche Aids. Und sie waren natürlich auch weltbewegend mit dem Mauerfall Ende 1989.

Kurz vor dem Jahreswechsel 2015/16 hat jetzt eine repräsentative YouGov-Umfrage ergeben, dass die Erwachsenen in Deutschland am liebsten in den 80ern leben würden, wenn sie unter allen Nachkriegsjahrzehnten wählen könnten.

Rund ein Viertel (23 Prozent) gibt diese Antwort. Es folgen die 70er-Jahre (18 Prozent), die 90er- und die aktuellen 2010er-Jahre (jeweils 13 Prozent). Dann erst kommen die 60er (9 Prozent), die 2000er/beziehungsweise Nullerjahre (5 Prozent) sowie die 50er (4 Prozent). In keinem dieser Jahrzehnte wollen demnach 5 Prozent leben, 10 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“.

Kulturell und medial waren die 80er das letzte Jahrzehnt ohne die heute so wichtigen Massenphänomene Handy und Internet. Sie waren geprägt von Kinoerfolgen wie „E.T. – Der Außerirdische“ oder „Dirty Dancing“. Im Fernsehen feierten US-Serien wie „Dallas“ und „Denver-Clan“ Erfolge, auch der raubeinige „Tatort“-Kommissar Schimanski und die Ärzteserie „Die Schwarzwaldklinik“ waren beliebt.

Ohrwürmer waren „99 Luftballons“ von Nena und viele andere Hits der Neuen Deutschen Welle. Nicole gewann 1982 den Grand Prix mit „Ein bisschen Frieden“, zudem traf 1984 der Endzeit-Song „Forever Young“ von Alphaville den Zeitgeist.

Weltweite Popstars waren Michael Jackson („Thriller) und auch damals schon, vor 30 Jahren, Madonna („Material Girl“, „Like A Virgin“).

Laut der Umfrage wählt knapp ein Drittel (30 Prozent) der Befragten als Jahrzehnt mit der besten Musik die 80er-Jahre aus.

Ein Viertel wähnt die beste Musik in den 70ern. Es folgen die 60er- (15 Prozent), die 90er- (12 Prozent) und mit Abstand erst die 50er- Jahre (4 Prozent) sowie die beiden jüngsten Jahrzehnte 2010er und 2000er (jeweils 3 Prozent). Bei Betrachtung der Altersklassen zeichnet sich der Trend ab, dass die Befragten oft das Jahrzehnt ihrer eigenen Jugend wählen.

Lange Zeit hatten die 80er- Jahre den Ruf, in der Bundesrepublik eher eine bleierne Zeit unter Dauerkanzler Helmut Kohl (CDU) gewesen zu sein – im Gegensatz zum Nach-68er-Jahrzehnt der 70er, die von Aufbruch und gesellschaftlichen Experimenten gekennzeichnet waren – aber auch dem RAF-Terror und der Ölkrise.

In dem Bestseller „Generation Golf“ aus dem Jahr 2000 beschrieb der Autor Florian Illies die 80er-Jahre nostalgisch als eine heile Kinderwelt, in der Markenklamotten wichtig waren und das „Wetten, dass..?“-Gucken im Kapuzenbademantel eine ultimative TV-Erfahrung.

Befragt, in welchem Jahrzehnt seit 1950 die Menschen wohl die schönste Jugend hatten, kommen übrigens die 80er-Jahre nicht auf den ersten Platz. Es sind stattdessen die 70er-Jahre Das sagen immerhin 25 Prozent.

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