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Selbstfahrende Autos : Computer ans Steuer?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Autobauer sind bereit für neue Technologien. Nun schafft die Politik einen rechtlichen Rahmen. Doch Kritik wird laut

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2017 | 20:00 Uhr

Wenn es um computergesteuerte Autos und ihre neuen Möglichkeiten geht, sind für Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Vorteile klar: weniger Unfälle, weniger Staus, weniger nervige Parkplatz-Suche. Das sei nichts Geringeres als „die größte Mobilitätsrevolution seit der Erfindung des Automobils“. Und das Autoland Deutschland solle dabei vorweg fahren. Nötig sind aber auch neue rechtliche Leitplanken, die der Bundestag heute verabschiedet hat.

„In der Zukunft darf der Computer ans Steuer“, lautet eine zentrale Neuerung, wie Dobrindt sagt. „Wenn der Computer fährt, dann haftet am Schluss der Hersteller“, eine andere. Gesetzlich geregelt werden nun die Voraussetzungen. So muss das System durch den Fahrer jederzeit zu übersteuern oder deaktivieren sein – und „mit ausreichender Zeitreserve“ per Ton- oder Lichtsignal anzeigen, wenn das nötig wird. Fahrer müssen also eingreifen können, wenn etwa aufgewirbelter Regen auf der Fahrbahn die Sensoren stört. Ist eine Computerfunktion nur für Autobahnen gedacht, ist eine Nutzung auf Landstraßen tabu.

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Für die Autohersteller sind die kleinen Helfer ein Zusatzgeschäft. Das Interesse ist bei Neuwagenkäufern laut einer Dekra-Umfrage zumindest da.

An den neuen Regelungen wird schon Kritik laut, vor allem bei der Haftung. Der „schwarze Peter“ bleibe beim Autofahrer, kritisiert der Deutsche Anwaltverein. Eine stärkere Einbeziehung der Hersteller in die Haftung wäre nur konsequent, fordert Präsident Ulrich Schellenberg. Der Autofahrerclub ADAC schlägt eingebaute Sperrfunktionen vor, sodass Fahrten mit Autobahnassistenten innerorts technisch unmöglich wären.

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