Forscher sprechen von Sensation : Buckelwale überwintern in Ostsee

Ein Buckelwal vor Høruphav (DK) in der Flensburger Außenförde
Ein Buckelwal vor Høruphav (DK) in der Flensburger Außenförde

svz.de von
08. April 2015, 21:00 Uhr

Forscher sprechen von einer „Sensation“: Ein Buckelwalweibchen und ein Jungtier haben höchstwahrscheinlich in der Ostsee überwintert. Ende März wurde vor der schwedischen Küste ein Walweibchen gesichtet, das wohl bereits im Sommer 2014 zusammen mit seinem Kalb in der deutschen und der dänischen Ostsee unterwegs war. „Wenn wir richtig liegen, sind die Tiere seit mindestens acht Monaten in unseren Gewässern“, sagte der dänische Walforscher Carl Kinze.

Das Weibchen und das Kalb waren demnach damals in der Flensburger Förde, vor der Küste von MV und vor Dänemark gesehen worden. Ende März soll das Muttertier nun zwischen Schweden und Finnland beobachtet worden sein, erläuterte Kinze. „Wir haben die Bilder überprüft und sind uns zu 99 Prozent sicher, dass es das Muttertier ist“, sagte der Wissenschaftler.

Anhand von Kratzern auf dem Rücken konnten die Forscher auch das Jungtier identifizieren. Es habe sich inzwischen von seiner Mutter getrennt und sei im Februar im Øresund zwischen Dänemark und Schweden gesehen worden, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke. „Es ist wirklich eine Sensation, dass die Tiere in der Ostsee überwintert haben“, betonte Benke. Es sei das erste Mal, dass Buckelwale direkt nach dem Winter in der Ostsee beobachtet wurden.

Wegen wachsender Populationen suchten sich die Wale neue Fressgebiete und wagten sich weiter vor. Ein anderer Grund sei vermutlich die Meereserwärmung. In diesem Winter habe es kaum Eis in der Ostsee gegeben. Die Wale konnten das ganze Jahr hindurch Sprotten und Heringe finden.

Die Sichtung eines Buckelwals sei ein großartiges Erlebnis, so Kinze. „Sie springen richtig hoch aus dem Wasser. Ich bin sicher, dass noch mehr Buckelwale in unsere Gewässer vordringen werden.“

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