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„Black Edition“ von Tempo : Brauchen Männer tatsächlich schwarze Taschentücher?

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Schwarze Taschentücher? Was wie ein Scherz klingt, gibt es jetzt als „Tempo Black Edition“ zu kaufen. Zielpublikum: Männer. Was dieser Werbemumpitz soll, erklären wir hier:

Männer aufgepasst: Ihr müsst keine Angst mehr haben vor Tränen und Rotz, denn es gibt jetzt – extra für euch – schwarze Taschentücher. Doch wie sinnvoll ist das eigentlich?

Huch! Das gerade ausgepackte Taschentuch ist ja schon ganz dreckig!
Aber nein, es ist schwarz. Extra!

Soll das ein Scherz sein?
Ursprünglich ja. Die Idee zur „Black Edition“ stammt laut Hersteller Tempo von einem Aprilscherz: Im April 2016 bewarb man auf Facebook nicht existente schwarze Rotzfahnen. Als es diese dann nicht zu kaufen gab, sei der Unmut groß gewesen.

<p>Die Idee zur „Black Edition“ stammt von einem Aprilscherz.</p>

Die Idee zur „Black Edition“ stammt von einem Aprilscherz.

Foto: Berghahn
 

Wie schön! Es wurde auf Kundenwünsche eingegangen!
In der Tat. Allerdings darf man nicht vergessen, dass wohl keine Firma eine Idee ausschlägt, die ihr mehr Umsatz bringen könnte. Besonders, wenn die kleinere Extra-Edition teurer ist als die normalen weißen Tempo-Taschentücher.

Was können die schwarzen Taschentücher denn?
Nun ja: Eben alles, was ein weißes Taschentuch auch kann.

Und warum sollte man sie dann kaufen?
Tja, das scheint man sich auch bei Tempo gefragt zu haben, bis man dann auf die Idee kam, gezielt Männer als Zielpublikum anzusprechen. „Für ultra harte Kerle und mega taffe Mädels“ gibt es die „hart limitierte Tempo Black Edition“, tönte es von der Website des Unternehmens.

Zudem gibt’s Bauanleitungen für Taschentuchboxen aus Holz und Ideen, wie man einen Junggesellenabschied möglichst „männlich“ gestaltet, beispielsweise in einem Zombie-Camp.

Zombies? Harte Kerle? Sind die Taschentücher etwa aus Schleifpapier?!
Keine Angst, das ist reines Werbe-Bullshit. Mehrere Tests an sensiblen Männernasen in unserer Redaktion haben ergeben, dass die schwarzen Tücher genauso weich sind wie die weißen.

Also Marketing.
Genauer gesagt: Gender-Marketing. Es gibt ja schon Männer-Shampoos, Männer-Chips und sogar saure Gurken für Männer.

Fühlten sich die Tester wenigstens männlicher?
Nein: 50 Prozent fühlten sich wie zuvor, die anderen 50 Prozent sogar trauriger nach der Benutzung der „Black Edition“.

Dann noch mal meine Frage: Warum sollte man(n) sie kaufen?
Nun, sie passen perfekt zu Beerdigungen. Oder zu depressiven Phasen. Oder man erfreut sich an der Tatsache , dass man die Farbe des Rotzes nicht mehr so genau erkennt.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 20:45 Uhr

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