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Sicherheit in Niederlanden : Bodenampeln gegen Ablenkung durchs Smartphone

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Damit Unachtsamkeit Smartphone-Nutzer nicht das Leben kostet, setzt man nun auch in den Niederlanden auf Bodenampeln.

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Bodegraven | Generation „Kopf unten“, „Smombie“ (zusammengesetzt aus den Begriffen „Smartphone“ und „Zombie“) - Bezeichnungen für Menschen, die ständig auf ihr Smartphone schauen, gibt es zur Genüge. Dahinter steckt aber nicht nur ein Generationenkonflikt. Die Sucht nach Dauer-Ablenkung kann vielfach tatsächlich gefährlich werden, zum Beispiel, wenn sie lieber im Gehen Nachrichten schreiben, als auf ihre Umwelt zu achten.

Jeder sechste Fußgänger ist von seinem Smartphone abgelenkt und dadurch ähnlich beeinträchtigt wie durch eine leichte Alkoholisierung. Deutsche Politiker fordern seit Jahren härtere Strafen für die Nutzung von Handys im Straßenverkehr - auch, wenn nicht Autofahrer, sondern Radler oder Fußgänger zum Handy greifen.

Im niederländischen Bodegraven werden jetzt die Ampelsysteme auf Smartphone-Nutzer angepasst. Das berichtet Quartz. Bei dem Pilotprojekt werden LED-Leuchtstreifen in den Boden eingelassen, die je nach Ampelphase entweder grün oder rot leuchten. Die Ampel wird also ins Blickfeld derjenigen Fußgänger gebracht, die den Blick stets nach unten auf das Display gerichtet haben.

Nicht nur in den Niederlanden hat man das Problem erkannt und setzt auf LED-Leuchten. In Städten wie Augsburg oder Köln werden Bodenampeln bereits eingesetzt - unter anderem an stark frequentierten Haltestellen, um Nutzer vor einfahrenden Bahnen zu schützen.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm brachten Künstler Schilder an Masten an, die unachtsame Passanten dazu ermahnen sollen, nach vorn zu schauen:

 

Auch eine Extra-Spur auf dem Gehweg für Menschen, die ihr Smartphone nicht aus dem Blick lassen möchten, ist mancherorts schon angekommen. In Belgien oder China zum Beispiel gibt es Spuren nur für „Smombies“. Alle anderen können auf der Spur für „normale“ Fußgänger an den langsameren Fußgängern vorbeieilen.

 
 

Das Risiko für Zusammenstöße sowohl mit anderen Fußgängern als auch Fahrrädern und Autos soll so minimiert werden.

In der Schweiz setzt man auf die Verbreitung einer Videobotschaft über das Internet. Die Polizei greift das Thema gemeinsam mit der Kommune Lausanne in einem drastischen Spot auf:

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