Kinopremiere: Alles steht Kopf : Bibbernde Angst und feurige Wut

Kommandozentrale im Gehirn: In Rileys Kopf sorgen ihre Gefühle wie Angst, Ekel und Wut für ein ordentliches Chaos.
Kommandozentrale im Gehirn: In Rileys Kopf sorgen ihre Gefühle wie Angst, Ekel und Wut für ein ordentliches Chaos.

Der neue Disney-Trickfilm von Pixar zeigt anschaulich die kunterbunte Gefühlswelt im Gehirn der elfjährigen Riley

svz.de von
30. September 2015, 21:00 Uhr

Was mag im Kopf einer Elfjährigen wohl so vorgehen? – Dieser Frage geht der neue Disney-Trickfilm von Pixar auf originelle Weise nach. Skurrile Figuren wie die optimistische Freude, die stets bibbernde Angst, die kreischende Ekel, die antriebsschwache Kummer und die feuerspeiende Comicfigur Wut beherrschen die „Kommandozentrale“ des Gehirns der elfjährigen Riley. Von hier aus steuern die Figur gewordenen Emotionen in „Alles steht Kopf“ den Verstand des Mädchens.

Zu Beginn ist Rileys Welt noch in Ordnung. Freude beherrscht die Kommandozentrale. Riley lebt auf dem Lande und verbringt eine sorgenfreie Kindheit. Angst und Wut haben wenig zu tun. Nur Ekel beschützt Riley ab und zu davor, etwas Falsches zu essen oder zu trinken. Und Kummer sucht noch ganz und gar nach ihrer Aufgabe. Aber dann zieht die Familie nach San Francisco.

Riley fühlt sich in der dunklen Wohnung und in der Schule ganz und gar unwohl. Ihre Eltern haben genug mit sich zu tun, um in der neuen Umgebung zurechtzukommen. Und auch in Rileys Kopf nimmt das Chaos seinen Lauf. Durch einen Unfall werden Freude und Kummer mit einigen Langzeitgedanken quer durchs Gehirn geblasen und müssen sich nun mühsam über das Fantasieland, das Abstrakte Denken oder die Traum-Studios den Weg zurück bahnen in die Kommandozentrale. Hier sind Angst, Ekel und Wut mit der Aufgabe ziemlich überfordert, Riley ohne Freude bei Laune zu halten. Riley wird immer trauriger, gibt ihren Lieblingssport auf und rennt schließlich sogar von zu Hause weg.

Um Riley vor Schlimmerem zu bewahren, muss Freude erkennen, dass sie erst durch Kummer so richtig zur Geltung kommt. Und Kummer findet letztlich ihre Aufgabe…

Regisseur Pete Doctor hat auch hier – nach seinem Film „Oben“ – wieder eine verrückte Idee in einen tollen Trickfilm verwandelt. Die Gestaltung der Figuren mit ihren disneytypischen Kulleraugen ist anfangs etwas enervierend. Aber je weiter der originelle, ideenreiche Plot voranschreitet, desto mehr fiebert man mit den Gefühlen in Rileys Hirn mit und wünscht sich, dass bald alle wieder vereint die Kommandozentrale des Mädchens steuern.

Mit tollen Bildeinfällen illustrieren die Trickfilmer von Pixar die wichtigsten Funktionen im Gehirn, finden mit bunten Inseln im Langzeitgedächtnis populäre Anschauungen für komplizierte hirnpsychologische Sachverhalte. So ist „Alles steht Kopf“ auch ein Film darüber, wie Erwachsene Wissen an Kinder in absolut unterhaltsamer und populärwissenschaftlicher Weise vermitteln können. Wieder ein echter Spaß für die ganze Familie aus dem Hause Disney/Pixar.


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