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Munster : Bericht: Kollabierter Bundeswehr-Rekrut trank Energy-Drink

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Hingegen erster Vermutungen sollen keine Aufputschmittel an dem Zusammenbruch Schuld sein.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2017 | 17:42 Uhr

Munster | Ein Bundeswehr-Rekrute ist bei einem Übungsmarsch im niedersächsischen Munster im Juli zusammengebrochen und wenige Tage später an den Folgen gestorben . Seitdem läuft die Ursachenforschung. Wie konnte es dazu kommen?

In einer internen Untersuchung soll ein Soldat angegeben haben, dass die Männer vor der Übung illegale Aufputschmittel zu sich genommen haben. Doch das Verteidigungsministerium hat keine Erkenntnisse darüber. Ein Sprecher korrigiert: „Ein Soldat soll ausgesagt haben, dass er vor dem Marsch eine Dose eines Energy Drinks zu sich genommen habe.“ Ob das die Ursache für den Schwächeanfall ist, sei allerdings völlig offen.

Bei einem Marsch am 19. Juli mit Waffe, Splitterschutzweste, Feldanzug und Helm an einem warmen Sommertag im Juli mit Temperaturen um die 27,7 Grad Celsius war ein Offiziersanwärter nach drei Kilometern zusammengebrochen. Er starb zehn Tage später in einer Klinik. Bei einem zweiten Marsch am selben Tag brachen drei weitere Soldaten zusammen. Einer von ihnen befindet sich laut „FAZ“ noch immer in einem kritischen Zustand.

Obwohl in diesem Fall keine Aufputschmittel im Spiel gewesen sein sollen, sagt ein Ausbilder der „FAZ“, dass in seiner Einheit schon seit mehr als einem Jahr versucht werde, den Missbrauch von Aufputschmitteln durch gezielte Maßnahmen zu verhindern. Ein Bundeswehrarzt wies auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Missbrauch leistungssteigernder Mittel und der grundsätzlich abnehmenden körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldaten hin. Um bei wichtigen Prüfungen fit zu sein, werde dann künstlich nachgeholfen, so der Arzt.

Der Chef einer Panzergrenadierkompanie sagte der Zeitung: „Es fällt uns immer schwerer, genügend Rekruten zu finden, die in der Lage sind, den Belastungen eines Einsatzes standzuhalten.“

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