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Krankenkasse : Beitragsschock für Patienten?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hintergründe zu den Warnungen der Kassen vor steigenden Zusatzbeiträgen

Schlechte Nachrichten für gesetzlich Krankenversicherte: Sie müssen auch im kommenden Jahr mit höheren Zusatzbeiträgen rechnen. Die Opposition wirft der Großen Koalition vor, einseitig die Arbeitnehmer zu belasten. Droht ausgerechnet im Super-Wahljahr 2017 ein neuer Beitragsschock für Versicherte? Hintergründe zu den Kassen-Warnungen vor steigenden Belastungen für gesetzlich Versicherte von Rasmus Buchsteiner.

Von welchem Szenario gehen die Krankenkassen aus?

Sie rechnen damit, dass immer mehr Kassen immer höhere Zusatzbeiträge von ihren Versicherten verlangen müssen. Bis 2019 sei ein Anstieg auf durchschnittlich 1,8 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens zu erwarten. 2017 werden es nach GKV-Angaben voraussichtlich bis zu 1,4 Prozent sein. In diesem Jahr sind es im Schnitt 1,1 Prozent. 27 Krankenkassen verlangen einen Zusatzbeitragssatz von 1,1 Prozent.

Wie erklären die Kassen den Anstieg der Zusatzbeiträge?

Sie führen die steigenden Ausgaben auf Reformen der Großen Koalition zurück – u.a. auf die Klinikreform. Außerdem beklagen sie, dass sie zu wenig Geld für Hartz-IV-Bezieher erhalten. Statt 90 Euro monatlich seien im Schnitt 136 Euro erforderlich. Dafür ergebe sich eine Lücke von 2,3 Milliarden Euro.

GKV-Chefin Pfeiffer kritisiert Koalitionspläne, 1,5 Milliarden Euro aus den Rücklagen des Gesundheitsfonds zu nehmen, um damit 2017 steigende Flüchtlingskosten und die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte zu finanzieren.

Müssen die Versicherten die Kostensteigerungen im Gesundheitssystem allein tragen?

Die Große Koalition hat den Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung bei 7,3 Prozent eingefroren. Dadurch soll die Belastung der Wirtschaft bei den Lohnnebenkosten begrenzt werden. Arbeitnehmer zahlen deshalb 7,3 Prozent plus den von Kasse zu Kasse unterschiedlichen Zusatzbeitrag.

Wie wirken sich höhere Zusatzbeiträge auf den Einzelnen aus?

Bei einem beitragspflichtigen Einkommen von 2500 Euro bedeuten 0,3 Prozent mehr Zusatzbeitrag, wie sie nun im Schnitt vorhersagt werden, jährlich 90 Euro mehr für die Krankenversicherung.

Welche Rechte haben Versicherte, falls ihre Krankenkasse plötzlich einen Zusatzbeitrag erhebt?

Kassenmitglieder haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn der bestehende Zusatzbeitrag erhöht wird.
Diese Regelung soll mehr Wettbewerb ins System bringen. Wechseln können Versicherte aber auch dann, wenn sie mindestens 18 Monate in einer Kasse versichert waren.

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