Frau in Schönberg getötet : Ballistische Untersuchung: Schuss in der Silvesternacht wurde aus Nahbereich abgegeben

Beamte suchten vergangene Woche mit Metalldetektoren und Sprengstoff-Spürhunden in Schönberg nach Spuren.

Beamte suchten vergangene Woche mit Metalldetektoren und Sprengstoff-Spürhunden in Schönberg nach Spuren.

Die Ermittler schließen aus, dass der tödliche Schuss auf die Mutter in Schönberg über Häuserdächer ging.

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22. März 2019, 12:51 Uhr

Schönberg | Laut dem vorläufigen ballistischen Untersuchungsergebnis des LKA Kiel wurde der Schuss auf die dreifache Mutter aus Schönberg bei Kiel in der Silvesternacht aus der näheren Umgebung abgegeben. Das teilen die Kieler Staatsanwaltschaft und die Polizei Kiel mit. Eine Schussabgabe aus mehreren hundert Metern über die Häuserdächer schließen die Sachverständigen aus.

Nach dem tragischen Tod der 39-Jährigen nahm das K1 der Bezirkskriminalinspektion Kiel die Ermittlungen auf. Im Februar wurde die Ermittlungsgruppe Schönberg eingerichtet, deren Mitarbeiter sich seitdem ausschließlich mit den Geschehnissen der Silvesternacht beschäftigen.

Die Waffensachverständigen des LKA Kiel und Kriminaltechniker führten Ende Januar gemeinsam mit dem BKA Wiesbaden ballistische Untersuchungen zur Schussabgabe durch. Die Versuchsergebnisse und Bewertungen liegen der Ermittlungsgruppe Schönberg vor. Danach wurde der Schuss auf die 39-Jährige aus der näheren Umgebung abgegeben. Einen Schuss über die Häuserdächer schließen die Sachverständigen aus. Gebäude, abgestellte Pkw und die Vegetation schränken das Schussfeld weiter ein.

Auf Grundlage der Versuchsergebnisse suchten die Ermittler den Tatort in den vergangenen Tagen erneut auf, um die Schussrichtung unter Zuhilfenahme von Lasertechnik näher zu bestimmen.

Ermittler gehen weiter von einem Unglück aus

Nach wie vor gehen die Staatsanwaltschaft Kiel und die Ermittler davon aus, dass es sich nicht um eine gezielte Schussabgabe, sondern um einen tragischen Unglücksfall gehandelt hat.

Weiterlesen: Todesfall in Schönberg: Frau starb an Schussverletzung

Wenige Minuten nach dem Jahreswechsel war die 39-Jährige in der Goethestraße mit einer blutenden Wunde am Kopf zusammengebrochen. Sie war zuvor mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Mann auf die Straße gegangen, um das Neujahrsfeuerwerk zu genießen.

Die dreifache Mutter verstarb am Neujahrstag im Krankenhaus, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Eine spätere Obduktion ergab, dass sie von einem Geschoss aus einer kleinkalibrigen Waffe getroffen worden war.

Für die Familie ist der Tod der geliebten Ehefrau und Mutter eine Tragödie. Vor anderthalb Jahren hatte Nina D. Zwillinge bekommen. Ihre älteste Tochter (7) stand mit an der Straße, als ihre Mutter, am Kopf getroffen zusammenbrach.

Wer feierte in Schönberg Silvester?

Die Ermittler bitten weiter um Mithilfe aus der Bevölkerung. Sie suchen nach Personen, die sich in der Zeit von 0 Uhr bis 1 Uhr in dem Bereich Herder-, Goethe-, Hebbel- und Uhlandstraße aufgehalten haben und noch keinen Kontakt zur Polizei hatten. Ungeachtet ihrer Beobachtungen bitten die Ermittler um eine Kontaktaufnahme unter der Telefonnummer 0431-1603333.

Kurz nach Mitternacht war die Mutter vor die Tür in der Goethestraße getreten, um das Feuerwerk zu genießen.
Screenshot/Google Maps

Kurz nach Mitternacht war die Mutter vor die Tür in der Goethestraße getreten, um das Feuerwerk zu genießen.

 

Die Staatsanwaltschaft Kiel weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass für Hinweise, die zur Aufklärung des Sachverhaltes führen, eine Belohnung von 3000 Euro ausgelobt wurde.

Unser Archivvideo zeigt den Beginn der Ermittlungen.

 

Tatort im 3D-Scan nachgestellt

Auch die übrigen Ermittlungen waren aufwändig: Kriminaltechniker des LKA Hamburg erstellten einen 3D-Scan, mit dessen Hilfe sich die Ermittler in einer virtuellen Tatortdarstellung bewegen und Messungen durchführen können. Das Hinweisportal der Polizei Schleswig-Holstein, auf dem private Videos aus der Silvesternacht hochgeladen werden konnten, wurde nur vereinzelt angenommen. Eine Plakataktion am 23. Januar brachte aber zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung.

Mit diesem Zeugenaufruf appelliert die Polizei auch an das Gewissen des Täters.

Mit diesem Zeugenaufruf appelliert die Polizei auch an das Gewissen des Täters.

 

Neben der umfangreichen Spurensuche und Spurensicherung befragten die Ermittler die Anwohner und deren Partygäste. Auch die Besitzer von kleinkalibrigen Waffen wurden aufgesucht und überprüft. Die Waffenbesitzer zeigten sich äußerst kooperativ, Auffälligkeiten stellten die ermittelnden Beamten nicht fest.

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