Nachwuchs in Deutschland : Babyboom hält an

Die Geburtenrate steigt.
Die Geburtenrate steigt.

Später Kinderwunsch und Migration haben im Jahr 2016 zum anhaltenden Geburtenanstieg beigetragen

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28. März 2018, 20:30 Uhr

Der Geburtenanstieg in Deutschland hält an – im fünften Jahr hintereinander gab es ein Plus. Wie das Statistische Bundesamt gestern berichtete, wurden 2016 insgesamt 792 131 Kinder geboren. Das waren 54 556 Babys oder sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zuletzt seien 1996 ähnlich viele Kinder zur Welt gekommen, berichteten die Statistiker.

Mit einer durchschnittlichen Geburtenziffer von 1,59 Kindern pro Frau wurde zudem der höchste Wert seit 1973 gemessen. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld – deutlich hinter den Französinnen mit einer Geburtenziffer von 1,92, aber auch klar vor den Italienerinnen und Spanierinnen mit einer Geburtenziffer von je 1,34 Kindern pro Frau. Migration hatte einen deutlichen Einfluss auf den Geburtenanstieg in Deutschland – knapp 185 000 Kinder wurden von Müttern mit ausländischer Staatsangehörigkeit geboren. Das war ein Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zu 2015. Doch auch bei Müttern mit deutschem Pass gab es einen Geburtenanstieg um drei Prozent. Diese Entwicklung führt das Statistische Bundesamt vor allem darauf zurück, dass Frauen im Alter zwischen 30 und 37 Jahren häufiger Kinder bekommen. Sie hatten im jüngeren Alter deutlich weniger Kinder zur Welt gebracht als Frauen vorangegangener Jahrgänge. Diese Frauen realisierten „derzeit unter günstigen familienpolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen ihre Kinderwünsche mit höherer Intensität“, sagte eine Sprecherin des Statistischen Bundesamtes. Zudem gebe es derzeit mehr Frauen in dieser Altersgruppe, die nun nach Jahren der Ausbildung und des Berufslebens in ihren Dreißigern potenziell die Entscheidung für ein Kind treffen.

Auffällig waren laut Bundesamt die Unterschiede der Geburtenzahlen zwischen Ost und West: In den westdeutschen Flächenländern und in den Stadtstaaten stieg die Zahl der Geburten durchschnittlich um 8 Prozent, während sie in den ostdeutschen Flächenländern mit 4 Prozent Zuwachs schwächer ausfiel.

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