Viersen am Niederrhein : Autofahrer filmt dramatische Sekunden im Tornado

Der Tornado zieht über eine Gartenanlage im Raum Viersen am Niederrhein hinweg.
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Der Tornado zieht über eine Gartenanlage im Raum Viersen am Niederrhein hinweg.

Ein Tornado hat am Niederrhein eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Filmaufnahme eines dramatischen Moments.

svz.de von
17. Mai 2018, 10:45 Uhr

Viersen | Für ihn ging es nicht mehr weiter. Ein Autofahrer ist in den Tornado bei Viersen am Niederrhein geraten und hat den Wirbelsturm mit seiner Handykamera aufgezeichnet.

 

Am Morgen nach dem folgenschweren Wirbelsturm gingen die Aufräumarbeiten weiter. Dachdecker rückten an, um beschädigte Dächer zunächst provisorisch mit Folie abzudecken, wie eine dpa-Reporterin aus dem besonders betroffenen Stadtteil Viersen-Boisheim berichtete. Ein Stadtsprecher sagte: "Da gibt es viel zu tun - vor allem für die Dachdecker." Keines der Häuser sei einsturzgefährdet, alle Menschen hätten zu Hause übernachten können. Straßen und Schienen waren am Donnerstagmorgen weitestgehend frei. Auf der Autobahn 61 rolle der Verkehr, es gebe keine Sperrungen mehr, erklärte die Polizei. Demnach waren lediglich drei Ortsstraßen noch nicht wieder befahrbar. Noch am späten Mittwochabend sei die Bahnstrecke von Mönchengladbach ins niederländische Venlo wieder freigegeben worden, erklärte die Deutsche Bahn.

Mitarbeiter der Stadt räumt am Donnerstagmorgen in Boisheim die Straßen frei. "Wir gehen davon aus, dass die Aufräumarbeiten relativ schnell abgeschlossen sein werden", sagte der Stadtsprecher. Es handele sich nach ersten Erkenntnissen um oberflächliche Schäden. Die Schadenshöhe sei aber noch unklar.

 

Der Tornado, der am Mittwochabend über mehrere Ortschaften gefegt war, deckte etwa 40 bis 50 Häuser ab, rund 150 Menschen erlitten materielle Schäden. Es gab zwei Verletzte: einen Feuerwehrmann und einen Autofahrer. Gegen 18 Uhr sei der Wirbelsturm über die Ortschaften Viersen-Boisheim, Nettetal-Schaag, Schwalmtal-Dilkrath, Schwalmtal und teilweise über Niederkrüchten gezogen, schilderte die Kreisverwaltung auf ihrer Facebookseite am Mittwochabend.

Die Autobahn 61 nahe der niederländischen Grenze war von Sperrungen betroffen. Auf der Bahnlinie vom rheinischen Mönchengladbach ins niederländische Venlo musste laut Polizei der Verkehr ruhen. Auch mehrere Straßen blieben zunächst gesperrt, weil umgeknickte Bäume den Weg blockierten. 

Ein Facebook-Video der Viersener Kreisverwaltung zeigt wie der Tornado übers Land fegte:

 

Das Unwetter hat sich nach ersten Polizeiangaben innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten abgespielt. "Ein sehr eindrucksvoller Tornado zog über den Landkreis Viersen im Westen von NRW hinweg, er richtete hier einige Schäden an", teilte der Wetterunternehmer Jörg Kachelmann auf seiner Internetseite mit. In Deutschland seien in diesem Jahr bisher mindestens sechs Tornados beobachtet worden.

Auch die kleine Gemeinde Gangelt (Kreis Heinsberg) wurde am Mittwochabend von einem Unwetter getroffen. Der Starkregen setzte etliche Straßen unter Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Auch Keller liefen voll. Die Rettungskräfte befreiten die Straßen vom Wasser und schippten den Schlamm von der Fahrbahn. Verletzte gab es nicht. Wie hoch der Schaden ist, war am Morgen noch unklar.

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