Dokumentation : Artenreiche Unterwasserwelt

Magisch: Die Nomura-Qualle ist mit ihren zwei Metern Schirmdurchmesser nicht nur die größte Qualle des Pazifiks, sondern eine der größten des ganzen Planeten.
Magisch: Die Nomura-Qualle ist mit ihren zwei Metern Schirmdurchmesser nicht nur die größte Qualle des Pazifiks, sondern eine der größten des ganzen Planeten.

ZDF zeigt bildstarkes „Terra X: Blaues Wunder Pazifik“ in zwei Teilen

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28. Juli 2018, 16:00 Uhr

Im Frühjahr präsentierte uns das Erste mit der BBC-Produktion „Der Blaue Planet: Faszination Ozean“ grandioses Erlebnisfernsehen. Jetzt zieht das ZDF mit einem „Terra X“-Zweiteiler (29. Juli und 5. August, 19.30 Uhr) nach, der uns die Wunderwelt des Pazifiks näherbringt. Eine Eigenproduktion sind aber auch diese sehr sehenswerten Filme nicht.

Der Pazifische Ozean, auch kurz Pazifik oder Stiller Ozean genannt, ist der größte und tiefste Ozean auf der Erde. Er grenzt an die Arktis, Nord-, Mittel- und Südamerika, Australien, Ozeanien und Asien. Seine Fläche ist größer als die aller Kontinente zusammen – ein Drittel der gesamten Erdoberfläche.

In diesem endlosen Wasser findet sich eine atemberaubende Artenvielfalt, die von mehreren Kamerateams in Ultra-HD für eine zweiteilige Dokumentation eingefangen wurde. Federführend dabei war die neuseeländische Firma NHNZ, die für große Fernsehanstalten produziert – mit dabei: das ZDF. Denn derart aufwendige und dementsprechend teure Dokumentationen können nur in internationaler Kooperation entstehen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist beeindruckend. Die Kameras liefern uns gestochen scharfe Bilder von ungewöhnlichen Kreaturen ins Wohnzimmer. Dabei geht es kreuz und quer durch den Pazifik. Geografische Orientierungshilfe liefert aber eine jeweils kurz eingeblendete Landkarte, die den Standort des gerade zu Sehenden preisgibt.

Der erste Teil steht unter dem Motto „Paradies und Hölle“ und startet vor der Küste Kaliforniens mit majestätischen Bildern des größten Lebewesens unseres Planeten: des Blauwals. Doch diesem Giganten der Meere macht der zunehmende Lärm im Wasser zu schaffen. Der Riese verliert die Orientierung. Der Film düst im Eiltempo von einem Punkt im Pazifik bzw. von einem Tier zum nächsten. Ein Kritikpunkt, denn zuweilen hätte man sich für die teils geheimnisvollen Geschichten über die Meeresbewohner mehr Zeit gewünscht. Nerven kostet aber der zuweilen reißerische Kommentar.Kostprobe: „Der Tod wird ein täglicher Begleiter. Jeder Nachbar wird zum potenziellen Killer. Hier hat die Evolution eine Rüstungsspirale in Gang gesetzt.“ Hier wäre weniger mehr gewesen. Doch die insgesamt eineinhalb Stunden Film sind trotz dieser kleinen Makel absolut sehenswertund müssen sich hinter den renommierten BBC-Dokumentationen nicht verstecken. Die Bilder begeistern, egal ob von großen Tieren wie dem Teufelsrochen oder der Nomura-Qualle im Gelben Meer (Durchmesser bis zu zwei Meter, Gewicht bis zu 200 Kilogramm) oder von den kleinen asiatischen Krabben vor Taiwan, die sich in 116 Grad heißem, schwefelhaltigemWasser tummeln.

Bei einigen Aufnahmen wie dem zumindest für die Männchen gefährlichen Liebesleben der Tintenfische hat man vielleicht das Gefühl, so etwas irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Der „Landgang“ der Tüpfel-Muräne vor den Marshallinseln aber konnte erstmalig in bewegten Bildern eingefangen werden. Diese aalartigen Knochenfische können kurzzeitig auch außerhalb des Wassers atmen und so erfolgreich auf Krabbenjagd gehen.

Im Gegensatz zum ersten Teil kommen im „Labor des Lebens“ betitelten zweiten Teil auch Forscher und Wissenschaftler zu Wort und ins Bild. So taucht der Zuschauer mit Phil Nuytten, einem Pionier der Tiefseeforschung, vor der Küste Kanadas zu den Glasschwämmen, die es bereits vor 500 Millionen Jahren gab.

Leuchtkalmare hingegen liefern Bilder, die Assoziationen an Frank Schätzings maritimen Erfolgsroman „Der Schwarm“ wecken. Die schönste, weil romantischste Geschichte in der Dokumentation handelt vom Liebesnest des Kugelfisches: Mühsam fegt das Männchen mit seinen kleinen Flossen über den Meeresboden und baut so einen „Verführungstempel aus Sand“, den es noch mit Muscheln und anderen Utensilien verziert. Diese kunstvolle Arbeit hält selbst der Prüfung des wählerischsten Weibchens stand.

Im Pazifik gibt es viele blaue Wunder zu erleben. Die „Terra X“-Reihe bringt uns einige von ihnen teils spektakulär auf den Bildschirm. Ein buntes Meeresmosaik, das fasziniert und informiert. Bestes Fernsehen für den frühen Sonntagabend.

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