Beliebte Babynamen : Angela ist aus der Mode

Knud Bielefeld, Namensforscher
Knud Bielefeld, Namensforscher

Nur wenig Bewegung bei beliebtesten Vornamen

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29. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Ben ist nicht zu schlagen, Emma wieder top. Sie sind die beliebtesten Vornamen in Deutschland. Das ergab eine Auswertung von rund 27 Prozent der Geburtsmeldungen im Jahr 2017 durch den Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg bei Hamburg. „Schon im siebten Jahr in Folge ist Ben der Spitzenreiter, Emma ist die neue Nummer eins“, sagte Bielefeld. Emma hatte die Liste schon 2014 angeführt. Mia war 2016 der beliebteste Mädchenname gewesen.

Die Gruppe der Top 10 ist unverändert, es habe sich nur eine neue Rangfolge ergeben. Bei den Jungen folgen auf Ben nun Jonas, Leon, Paul, Finn/Fynn, Noah, Elias, Luis/Louis, Felix und Lucas/Lukas, bei den Mädchen kommen nach Emma Hannah/Hanna, Mia, Sophia/Sofia, Emilia, Lina, Anna, Marie, Mila und Lea/Leah. In Mecklenburg-Vorpommern folgen auf Ben Finn/Fynn, Oskar/Oscar und Carl/Karl; auf Emma Frieda/Frida, Hannah/Hanna und Matilda/Mathilda. In Brandenburg lagen auf Platz zwei Mia beziehungsweise Oskar/Oscar, Platz drei ging an Hannah/Hanna und Jonas.

Der Namensforscher gibt aufgrund seiner langjährigen Erhebungen auch eine Prognose: In zehn Jahren werden die Spitzenreiter demnach Oskar und Theo sowie Leni und Emilia lauten. Vor wenigen Tagen hatte bereits die Gesellschaft für deutsche Sprache ein vorläufiges Ranking veröffentlicht.

Newcomer können nach wie vor über populäre Filme etabliert werden. Eine Disney-Produktion habe den Mädchennamen Vaiana eingeführt. Er sei 2017 an rund 90 Babys vergeben worden. „Für einen Neueinsteiger ist das Rekord“, sagt Bielefeld, der nach eigenen Angaben insgesamt 212 942 Geburtsmeldungen auswertete. An ungewöhnlichen Mädchennamen fielen dem Forscher auch Lavea, Chidinma, Julita, Marijella, Sabia, Itje, Summerly, Kalinda und Smaragda auf. Jungen wurden mitunter Tommen, Atreyu, Catalin, Apollo, Caruso, Giannis, Albertus, Njörd, Aladdin oder Manfredi genannt.

Politiker haben so gut wie keinen Einfluss auf die Vergabe der Vornamen. Zwar wurde der Fall von Flüchtlingen bekannt, die ihr Kind aus Dankbarkeit Angela Merkel nannten. Aber weder Angela noch Merkel – letzterer laut Bielefeld eigentlich ein Vorname – hätten eine Chance. „Angela ist so ein Name wie Helmut, der total aus der Mode ist“, sagte der Namensforscher.

Völlig ungewöhnlich ist auch der einst häufige Name Horst. Er wurde 2017 demnach nur 19-mal vergeben – als Zweitname. Es brauche etwa 100 Jahre, bis ein Vorname wieder populär werden könne, erklärt der Forscher.

Der stigmatisierte Kevin belegt dagegen noch Platz 331 der beliebtesten ersten Vornamen. Das findet Bielefeld erstaunlich: „Ich wundere mich, dass Eltern ihr Kind Kevin nennen, weil der Name dermaßen in Verruf ist.“ Der häufig mit Kevin in einem Atemzug genannte Mädchenname Chantal sei in Deutschland dagegen nie häufig gewesen. 2017 habe er drei Einträge gefunden.

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