Der Hobbit : Abschied von Mittelerde

Unbesiegbarer Hobbit: Martin Freeman als Bilbo Beutlin
Unbesiegbarer Hobbit: Martin Freeman als Bilbo Beutlin

Showdown der Hobbits: Mit „Die Schlacht der Fünf Heere“ endet eines der größten Filmprojekte der Geschichte.

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10. Dezember 2014, 20:45 Uhr

Es gibt Filme und Filme. Die einen kommen in die Kinos, man sieht sie sich an und ist mehr oder weniger begeistert. Die anderen kommen auch in die Kinos, sie machen sich aber rar, sind schon vor der Ausstrahlung Ereignis und Gegenstand von Spekulationen und globaler Vorfreude. Sie heißen „Star Wars“ oder „James Bond“, „Harry Potter“ oder „Twilight-Saga“.

Oder sie kommen aus dem literarischen Kosmos des genialen englischen Professors John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973). Dann bevölkern seltsame Wesen wie Halblinge, Elben und Zwerge, Trolle, Riesenspinnen und Drachen die Filme. Der erste kam vor 13 Jahren in die Kinos – „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“.

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15 Stunden müsste man sich zurückziehen, wollte man sich die fünf „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Filme erneut anschauen.

Mit der nun im Kino laufenden sechsten Tolkien-Verfilmung, „Die Schlacht der Fünf Heere“, heißt es für Fans der Hobbits, sich aus der Filmwelt von Mittelerde zu verabschieden. Es wird keinen neuen Tolkien-Film geben, verkündete Regisseur Peter Jackson, der sich mit diesen Filmen einen Lebenstraum erfüllt hat und ebenso wie seine Werke selbst in die Filmgeschichte eingehen wird.

Das Wunder des neuen Tolkien-Films ist ebenso wie das seiner beiden Vorgänger, dass er auf einem Roman von nur 300 Seiten beruht. Ohne das cineastische Genie des Neuseeländers Peter Jackson und seinen überwältigenden Bilderfindungen wäre dieses – auch kommerzielle – Wunder kaum möglich gewesen. Denn genau genommen geht es in dem kleinen Kinderbuch „Der Hobbit oder hin und zurück“ genau darum: Der Hobbit Bilbo Beutlin bekommt in seiner Heimat Auenland Besuch vom Zauberer Gandalf und 13 Zwergen und bricht mit ihnen zu einer abenteuerlichen Reise durch Tolkiens Fantasie-Welt auf. Die Freunde finden einen Schatz, müssen ihn aber in einer Schlacht von Zwergen, Menschen und Elben gegen die Orks verteidigen. Mit Gold und Silber beladen kehrt der kleine Hobbit schließlich heim. Nichts von einer anrührenden Liebesgeschichte zwischen der Elbin Taurier und dem Zwerg Kili. Reine Erfindungen, um Hollywood-Erwartungen gerecht zu werden.

Wer bei all den Schlachten der Mittelerde-Geschichten an die gegenwärtigen Kriege erinnert wird, liegt genau richtig. Tolkien spiegelte immer auch seine traumatischen Erlebnisse im Ersten Weltkrieg wider.

Der letzte „Hobbit“-Film endet mit dem Abschiedslied des Hobbits Pippin: „The Last Goodbye“. Wir sind im Kino. Im Kino dürfen wir träumen. In einem dieser Träume fällt unser Blick auf ein Bücherregal. Wo „Das Silmarillion“ steht. Die Vorgeschichte zu Tolkiens großen Romanen…

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