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Umweltschutz : Abschied von der kostenlosen Plastiktüte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Immer mehr Einzelhändler verlangen Geld für die umweltschädliche Tragetasche – die meisten Verbraucher haben kein Problem damit

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Die kostenlose Plastiktüte wird in Deutschland zum Auslaufmodell. Rund 260 Handelsunternehmen haben sich laut Umweltministerium dazu verpflichtet, von Juli an Geld für die umweltschädlichen Tragetaschen zu verlangen, um so den Verbrauch zu drosseln. Weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Den meisten Bundesbürgern fällt der Abschied nicht schwer. Das zeigen die Erfahrungen von Textil-, Buch- und Elektronikhändlern, die bereits auf Plastiktüten als kostenlose Zugabe zum Einkauf verzichten.

Beispiel C&A: Bei der Textilhandelskette kosten Plastiktüten seit dem 1. April pro Stück 20 Cent – egal ob klein oder groß. „Wir treffen auf eine erstaunlich hohe Akzeptanz“, meint Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes. Und die Neuerung erreiche ihr Ziel. Bereits in den ersten Wochen sei die Nachfrage nach Plastiktüten um über 50 Prozent gesunken.

Auch bei den Elektronikketten Media Markt und Saturn müssen die Kunden seit Jahresanfang für Plastiktüten bezahlen. Je nach Größe variieren die Preise zwischen fünf und 50 Cent. Bevor Deutschlands größte Elektronikmärkte den Schritt wagten, gab es allerdings Testläufe in einigen ausgewählten Märkten. „Das Ergebnis war mehr als beeindruckend. Der Tütenverbrauch hat sich um mehr als 80 Prozent reduziert. Auch seitens unserer Kunden haben wir sehr positives Feedback erhalten“, sagt eine Unternehmenssprecherin.

Der Textildiscounter KiK hat seit Oktober 2015 keine klassischen Plastiktüten mehr im Angebot. Bringt der Kunde keinen eigenen Beutel zum Einkaufen mit, hat er die Wahl zwischen Baumwollbeuteln zu Preisen ab 75 Cent und sogenannten Permanenttaschen aus PET zum Preis von einem Euro. „Die Umstellung war ein voller Erfolg und wurde von den meisten Kunden sehr positiv aufgenommen“, zieht KiK-Chef Patrick Zahn nach sechs Monaten Bilanz. Insgesamt seien durch den Verzicht auf Plastiktüten allein bei KiK im vergangenen halben Jahr rund 315 Tonnen Plastik eingespart worden.

Bei den meisten Bundesbürgern rennen die Vorreiter der Plastiktütengebühr ohnehin offene Türen ein. Bei einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov erklärten 80 Prozent der Befragten, sie fänden es „sehr gut“ oder „eher gut“, dass immer mehr Geschäfte Geld für Kunststofftaschen nehmen.

 

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