Nach Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof : Durchsuchung von Polizei – Geiselnehmer weiter auf Intensivstation

Der Kölner Hauptbahnhof.
Der Kölner Hauptbahnhof.

Am Kölner Hauptbahnhof normalisiert sich der Bahnverkehr wieder. Der Gesundheitszustand der Opfer ist unverändert.

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16. Oktober 2018, 09:28 Uhr

Köln | Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof hat es nach Ermittlerangaben eine Durchsuchung gegeben. Zum Ort und Zeitpunkt des Einsatzes machte die Polizei am Dienstagmorgen zunächst keine Angaben.

Der angeschossene Täter wurde weiter auf der Intensivstation behandelt. Das sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Der Geiselnehmer war am Montag von einem Spezialeinsatzkommando angeschossen und überwältigt worden. Anschließend wurde er reanimiert.

Der bewaffnete Mann hatte zuvor in dem Bahnhof einen Molotowcocktail gezündet und sich dann mit einer Geisel in einer Apotheke verschanzt. Das SEK stürmte schließlich das Geschäft.

Die Identität des Geiselnehmers war zunächst noch nicht zweifelsfrei geklärt. Am Tatort wurden aber laut Polizei Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden, der eine Duldung bis Mitte 2021 erhalten habe. Der Täter sei nach den ersten Ermittlungen mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Besitzer der Papiere.

Die Bahn am Kölner Hauptbahnhof erwartete einen weitgehend reibungslosen Start in den Tag. "Der Nah- und Regionalverkehr kann planmäßig fahren", sagte eine Bahnsprecherin in der Nacht zu Dienstag. Im Fernverkehr kann es jedoch teilweise zu Verzögerungen und Ausfällen kommen. Das Unternehmen bittet Reisende daher, sich vor Beginn ihrer Fahrt über ihre Verbindungen zu informieren. Aktuelle Nachrichten erhalten sie über das Informationsportal der Deutschen Bahn.

Terroristischer Hintergrund bei Geiselnahme möglich

Am Montagabend sei es noch möglich gewesen, Reisende mit Zügen nach Berlin und Frankfurt zu bringen. Kunden, die nicht weitergekommen seien, hätten Taxi- und Hotel-Gutscheinen bekommen. Insgesamt seien mehrere Hundert Gutscheine ausgeteilt worden. Im Bahnhof sei niemand gestrandet, so dass der Infoschalter im Kölner Hauptbahnhof in der Nacht teilweise komplett leer gewesen sei.

Der Gesundheitszustand der drei verletzten Opfer war ein Tag nach der Geiselnahme unverändert. Unter den Opfern war auch ein 14 Jahre altes Mädchen.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter rief die Kölner Polizei am Dienstagmorgen Zeugen dazu auf, unter ",nrw.hinweisportal.de' Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten". Die Ermittlungen liefen weiterhin auf Hochtouren, twitterten die Beamten.

Ein Spezialeinsatzkommando hatte am Montagnachmittag eine Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof beendet, bei der vier Menschen verletzt worden waren. Die Sicherheitsbehörden schließen einen terroristischen Hintergrund nicht aus, ermitteln aber nach eigenen Angaben in alle Richtungen.

Weiterlesen: Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof: Polizei schließt Terror-Hintergrund nicht aus

Der Kölner Hauptbahnhof gehört zu den meistfrequentierten Bahnhöfen in Deutschland. Der Schienenknotenpunkt liegt im Stadtzentrum direkt neben dem Kölner Dom. Täglich durchströmen ihn rund 1300 Züge, bis zu 280.000 Reisende kommen hier auf elf Gleisen an oder fahren ab.



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