Justizbedienstete involviert : „Lügenpresse auf die Fresse“: ZDF-Team wird vor Berliner Gericht bedroht

Ein Kamerateam des ZDF wurde vor einem Berliner Gericht angegriffen.
Ein Kamerateam des ZDF wurde vor einem Berliner Gericht angegriffen.

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt versicherte mittlerweile, dass die Pressefreiheit geschützt sei.

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05. Juni 2020, 20:54 Uhr

Berlin | Nach der Bedrohung eines ZDF-Teams vor einem Berliner Gericht hat Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) den Wert der Pressefreiheit betont. Diese müsse geschützt und gewahrt werden, teilte Behrendt am Freitag mit. "Selbstverständlich ist in unseren Gerichten und um unsere Gerichte eine freie Presseberichterstattung zu gewährleisten."

Kameramann gestoßen

Am Donnerstag war nach ZDF-Angaben ein Team des Senders am Rande eines Zivilprozesses am Landgericht bedrängt worden. Ein Journalist und ein Kameramann seien bei Dreharbeiten bedroht und angepöbelt worden. Der Kameramann sei auch gestoßen worden. Verletzt wurde laut ZDF niemand.

"Ersichtlich überreagiert"

Die Täter sollen laut "taz" aus der rechten Szene stammen. Wie die Zeitung berichtete, sollen die Angreifer etwa "Lügenpresse auf die Fresse" skandiert haben. Die Polizei hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert. Der Präsident des Landgerichts, Holger Matthiessen, bedauerte laut Mitteilung zudem den Eindruck, Justizbedienstete hätten Journalisten an der Berichterstattung hindern wollen. Laut "taz" soll ein Bediensteter die Kamera nach unten weggedrückt haben. Laut Matthiessen versicherte der Justizwachtmeister, er habe nur Bildaufnahmen seiner eigenen Person verhindern wollen. "Er hat hierbei aber ersichtlich überreagiert."

Berichterstattung sei erwünscht

Der Vorfall werde intern ausgewertet, so der Gerichtspräsident. Man werde dafür sorgen, dass sich Vergleichbares nicht wiederhole. "Die Vertreter der Presse können sich darauf verlassen, dass ihre Berichterstattung über gerichtliche Verfahren nicht nur unter dem Schutz der Verfassung steht, sondern ausdrücklich erwünscht ist."

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