Bilanz des Wetterdienstes : Nie war der Winter in MV wärmer als 2019/2020

Der diesjährige Winter war der zweitwärmste seit dem Beginn flächendeckender Aufzeichnungen in Deutschland 1881.
Der diesjährige Winter war der zweitwärmste seit dem Beginn flächendeckender Aufzeichnungen in Deutschland 1881.

Nur einmal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es in einem Winter in Deutschland wärmer, als 2019/2020.

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28. Februar 2020, 11:30 Uhr

Offenbach | Der diesjährige Winter war der zweitwärmste seit dem Beginn flächendeckender Aufzeichnungen in Deutschland 1881. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach nach einer ersten Datenauswertung seiner Stationen mit.

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Ein Großteil Europas lag demnach den Winter über im Bereich einer "extrem milden" atmosphärischen Südwestströmung. Wärmer war bisher nur die Wintersaison von 2006 auf 2007 gewesen.

Viele Rekorde gebrochen

In den Bundesländern Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war es demnach sogar der wärmste Winter, wie die Meteorologen mitteilten. Auch in Hamburg und Bremen wurden die bisherigen Rekorde nach erster Einschätzung wohl übertroffen. Im Bundesschnitt betrug die Temperatur 4,1 Grad – also 3,9 Grad über dem Durchschnittswert der Jahre 1961 bis 1990, die für Vergleiche genutzt wird.

Details zu MV

So warm war der Winter

Mit 4,8 °C (0,2 °C) überbot der Winter 2019/20 in Mecklenburg-Vorpommern den bisherigen Rekordhalter aus dem Jahr 2006/07. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf etwa 165 l/m² (130 l/m²) und der Sonnenschein auf knapp 150 Stunden (144 Stunden).

Der Winter war laut DWD darüber hinaus auch "deutlich zu nass", zugleich aber "ungewöhnlich schneearm". Selbst im bayerischen Oberstdorf in den Alpen lag an 54 Tagen kein Schnee. In einigen Teilen des weiter nördlich gelegenen Flachlands schneite es demnach gar erstmals am Donnerstag.

Milde Südwestströmungen über Europa

Grund war der sich über Grönland und Nordkanada ständig erneuernde sogenannte Kältepol der Nordhalbkugel. Dazu gehörte ein atmosphärisches Starkwindband, das immer wieder Tiefdruckgebiete über Island in Richtung Russland schickte. Diese führten zu Südwestströmungen über Europa, die beständig milde Warmluft heranführten. Auch in einem Großteil des übrigen Europas war es daher extrem mild.

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