Exotische Würgeschlange : Wieder eine herrenlose Schlange: Boa in Boppard entdeckt

Die eingefangene Boa ist etwa zwei Meter lang.
Die eingefangene Boa ist etwa zwei Meter lang.

Eine Polizeistreife hat in Rheinland-Pfalz eine Boa Constrictor aufgegriffen. Der Halter wird noch gesucht.

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09. September 2019, 17:58 Uhr

Boppard | Eine Boa Constrictor hat in der Stadt Boppard in Rheinland-Pfalz einen Polizeieinsatz ausgelöst. Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten die Würgeschlange am Mittwoch im Mühltal entdeckt und die Einsatzkräfte informiert, teilte ein Polizeisprecher am Sonntagabend mit.

Bilder Schlange seien einem Schlangenkundler geschickt worden, der das Tier als eine weibliche Boa Constrictor identifizierte. Die Boa Constrictor ist eine Riesenschlange und kommt aus Mittel- und Südamerika. Sie ist nicht giftig. Ihre Beute tötet die Würgeschlange, indem sie sie erdrückt.

Polizist mit Schlange daheim findet Boa

Wie die Polizei weiter mitteilt, war "zufälligerweise ein schlangenbesitzender Kollege" der Polizeiinspektion Koblenz mit dem Zug in Richtung Boppard unterwegs und half spontan bei der Suche. Tatsächlich habe er die Boa gefunden, mit den Kollegen eingefangen und in eine Auffangstation gebracht. Woher die Boa Constrictor stammte, sei noch nicht klar.

Ende August hatte eine ausgebüxte Giftschlange in Herne in Nordrhein-Westfalen einen Einsatz von Feuerwehr und Experten über mehrere Tage ausgelöst, bis sie eingefangen werden konnte.

Rechtliche Rahmenbedingungen für die Schlangenhaltung

Für die Haltung von Schlangen im Privathaushalt gilt ebenso wie für andere Tiere Paragraf 2 des Tierschutzgesetzes. Demnach muss das Tier artgerecht gehalten werden, sodass ihm kein Leid zugefügt wird.

Für die Schlangenhaltung gelten zudem Mindestanforderungen von 1997, etwa was die Größe des Terrariums und die Umgebungstemperatur angeht. Für gefährliche Schlangen gibt es je nach Bundesland verschiedene Vorschriften.

Dabei fallen Schlangen nach der Definition des Deutschen Bundestags von 2016 nicht unter "Haustiere", sondern unter "Wildtiere". Der Deutsche Tierschutzbund sieht die private Haltung von "Wildtieren" kritisch. Sie schlagen mehrere Hürden vor: Schlangen und andere Exoten sollte nur besitzen dürfen, wer einen Sachkundeachweis erbringt, eine Tierhalterhaftpflichtversicherung hat und eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung nachweisen kann. Zudem plädieren die Tierschützer für eine Meldepflicht solcher Tiere und rechtlich bindende Haltungsvorgaben.

Weiterlesen: Nach Kobra-Alarm in Herne: Wer zahlt die Kosten der aufwendigen Suchaktion?

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