Programm "Health" für iPhones : Wie Apples Gesundheits-App einen Mörder überführte

Die britische Polizei hat einen Mörder dank der 'Health'-App überführt.
Die britische Polizei hat einen Mörder dank der "Health"-App überführt.

Die Gesundheits-App zeigte die Bewegungsprofile von Täter und Opfer an – diese ließen die Polizei stutzig werden.

svz.de von
10. Dezember 2018, 10:46 Uhr

Middlesbrough | Ein 37-jähriger Brite wurde für schuldig befunden, seine Frau umgebracht zu haben. Wie aus dem Bericht des "Telegraph" hervorgeht, erwürgte der 37-jährige Apotheker Mitesh Patel seine Frau Jessica, um mit seinem Liebhaber ein neues Leben in Australien beginnen zu können. Mutmaßlich hatte er es auf die Lebensversicherung seiner Frau in Höhe von zwei Millionen Pfund abgesehen. In dem Aufsehen erregendem Prozess in Großbritannien konnte der Mann des Mordes vor allem wegen der Gesundheits-App "Health" von Apple überführt werden.

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Bewegungen ausgewertet

Das Programm ist auf allen iPhones und iWatches vorinstalliert. Die App überwacht die Bewegungen der Nutzer, zählt etwa Schritte und, falls angeschlossen, auch die Herzrate. In dem Prozess werteten die Ermittler die Bewegungsdaten des Mannes aus. Die Daten ließen die Polizisten nachvollziehen, wie sich der Mann nach dem Mord an seiner Frau im Haus bewegt hat.

Nach der Tat sagte der Apotheker gegenüber den Beamten, seine Frau sei von Einbrechern getötet worden. Doch als die Polizisten das iPhone der Toten und das ihres Mannes untersuchten, wurden die Polizisten skeptisch. Der eingebaute Schrittmesser des iPhones zeigte verdächtige Aktivitäten des Ehemannes zur Zeit des Mordes an. Nach dem Tod seiner Frau rannte der Apotheker etwa durch das Haus und zudem mehrmals Treppen rauf und runter, um den Tatort so aussehen zu lassen, als seien Eindringlinge vor Ort gewesen.

Lebenslange Haft

Auch das iPhone seiner Frau gab über die "Health"-App nach ihrem Tod noch Aktivitäten preis. Demnach sind die 14 Schritte verzeichnet, die ihr Mann benötigte, um das Smartphone draußen zu deponieren – bei der Polizei gab er an, die Einbrecher hätten das Gerät auf ihrer Flucht fallen gelassen.

Nachdem die Jury den Angeklagten einstimmig für schuldig befunden hatte, wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

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