Protest gegen Benzinpreise : Whatsapp-Kettenbrief: Autofahrer rufen zu Tank-Boykott auf

Bleiben die Tankstellen am kommenden Montag ohne Kunden? Ein Kettenbrief ruft zum Tank-Boykott auf.
Bleiben die Tankstellen am kommenden Montag ohne Kunden? Ein Kettenbrief ruft zum Tank-Boykott auf.

Schwappt der Benzin-Protest aus Frankreich nach Deutschland? Über Whatsapp macht ein Aufruf zum Tank-Boykott die Runde.

svz.de von
21. November 2018, 12:14 Uhr

Hamburg | Am kommenden Montag nicht tanken – dazu ruft ein Kettenbrief im Internet auf, der aktuell über Whatsapp und Facebook verbreitet wird. Der Wortlaut:

"Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin- und Dieselpreise Montag 26. November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags, am 25. November noch machen. Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren."

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Von wem der Aufruf kommt oder was genau dahinter steckt, ist nicht bekannt. In Frankreich wird seit dem vergangenen Wochenende gegen steigende Spritpreise protestiert. Bei Straßenblockaden im gesamten Land sind mindestens zwei Menschen gestorben und mehr als 500 verletzt worden. Am Samstag gingen rund 290.000 Menschen auf die Straße. Für 2019 ist in Frankreich die Einführung einer neuen Ökosteuer auf Benzin und Diesel geplant – der Preis wird noch weiter wachsen.

Kraftstoffpreise im Oktober explodiert

Auch in Deutschland wird das Tanken immer teurer. Durch den niedrigen Rhein-Pegel und die nur schleppende Versorgung der Tankstellen kommt es vielerorts zu Benzin-Knappheit – und zu Preissteigerungen. Laut ADAC ist der Preis für einen Liter Benzin seit Januar 2018 von 1,35 Euro auf 1,51 Euro im Oktober gestiegen. Im selben Zeitraum entwickelte sich der Liter Diesel von 1,20 Euro auf 1,38 Euro. Allein von September auf Oktober stieg der Benzinpreis um 1,4 Cent und der Dieselpreis sogar um 5,1 Cent an.

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Gegen diese Entwicklung richtet sich nun auch der Kettenbrief. Allerdings erscheint der Nutzen des Protestes vielen Menschen als fraglich. Schließlich würde so das Tanken nur von einem Tag auf den anderen verschoben. Größeren Eindruck könnte da schon eher das Ausweichen auf andere Verkehrsmittel wie die Bahn oder das Fahrrad machen – eine Entwicklung, die durch hohe Steuern unterstützt werden soll.


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