Umwelt, Tiere, Pharmabranche : Wer von der Ausbreitung des Coronavirus profitiert

Zwar schickte der Coronavirus den Ölpreis und die Aktienkurse weltweit auf Talfahrt. Bei genauerer Betrachtung gibt es aber Profiteure an den Börsen - insbesondere Biotech- und Pharmaunternehmen.
Zwar schickte der Coronavirus den Ölpreis und die Aktienkurse weltweit auf Talfahrt. Bei genauerer Betrachtung gibt es aber Profiteure an den Börsen - insbesondere Biotech- und Pharmaunternehmen.

Die Nachfrage nach Medizinprodukten explodiert, die CO2-Belastung sinkt.

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07. März 2020, 09:25 Uhr

Hamburg | Das neuartige Coronarivus ist eine ernstzunehmende Bedrohung. Es gefährdet in zahlreichen Ländern nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern hat auch negative Folgen für die Wirtschaft. Aber wie in jeder Krise gibt es auch in dieser solche, die profitieren und das nicht ausschließlich finanziell.

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Pharmabranche

Zwar schickte der Coronavirus den Ölpreis und die Aktienkurse weltweit auf Talfahrt. Bei genauerer Betrachtung gibt es aber Profiteure an den Börsen - insbesondere Biotech- und Pharmaunternehmen. Denn die Behandlung von Infizierten und Erkrankten sowie die Forschung an Heil- und Impfstoffen eröffnet große Märkte. So profitierten bislang besonders US-Branchenriesen wie Moderna, Inovio, Gilead, Vir und Novavax von einem regelrechten Hype um ihre Produkte.

Bei der Herstellung medizinischer Ausrüstung können auch deutsche Nischenanbieter punkten, darunter die Heidenheimer Hartmann-Gruppe: Ihr Desinfektionsmittel Sterilium ist vielerorts vergriffen, die Aktie auf Höhenflug.

Auch die Nachfrage nach Schutzmasken ist geradezu explodiert, was den Lübecker Hersteller Dräger unter dem Strich ebenso freuen dürfte wie den oberfränkischen Vliesstoffhersteller Sandler. Und die Gendiagnostik-Unternehmen Qiagen aus Hilden bei Düsseldorf sowie TIB Molbiol aus Berlin kommen mit der Herstellung von Testkits für den Nachweis des neuartigen Erregers kaum hinterher.

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Software- und Videoanbieter

Auch die Aktie des international tätigen Softwareunternehmens Teamviewer ist seit Ende Februar erheblich gestiegen. "Die momentane Intensität der Telearbeit in China zeigt sich in einer Verdreifachung der täglichen regionalen Teamviewer-Verbindungen seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie", erklärt der süddeutsche Anbieter von Videokonferenzen. Und auch in Europa arbeiten Menschen zunehmend im Home Office.

Wenn viele Menschen oft zu Hause bleiben, erwarten manche Analysten, dass auch Anbieter von Bezahlfernsehen und Streamingdiensten, ebenso wie Onlinekaufhäuser profitieren. Bei all dem gilt aber: Ebenso wie der weitere Verlauf der Coronavirus-Krise sind auch Nachfrage- und Aktienentwicklung stets ungewiss.

Umwelt und Klima

Laut US-Raumfahrtbehörde Nasa ist die Luftverschmutzung in China infolge der Epidemie deutlich zurückgegangen. Satellitenbilder zeigen, dass zunächst im Epizentrum Wuhan und mittlerweile in der ganzen Volksrepublik der Stickstoffdioxid-Gehalt der Luft infolge der Quarantänebestimmungen drastisch zurückgegangen ist. Im Osten und Zentrum Chinas sanken die Werte laut Nasa zwischen zehn und 30 Prozent unter das für die Jahreszeit übliche Maß. Dies sei zumindest teilweise auf die Folgen der Coronavirus-Epidemie zurückzuführen.

Laut einer im Februar veröffentlichten Studie ging außerdem Chinas klimaschädlicher Kohlendioxid-Ausstoß binnen zwei Wochen um mindestens 100 Millionen Tonnen zurück - ein Rückgang von fast sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Tausende ausgefallene Flüge in diesen Tagen tun hier weltweit ihr Übriges.

Tiere

Mit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus wird das Schuppentier in Verbindung gebracht, das in China und Südostasien begehrt und deswegen das meist gehandelte Wildtier der Welt ist. Als Konsequenz aus der Epidemie beschloss die chinesische Führung vorige Woche ein vollständiges Verbot des Handels mit Wildtieren sowie von deren Verzehr. Den vom Aussterben bedrohten Schuppentieren könnte dies helfen, sich zu erholen - allerdings nur, wenn das Verbot langfristig gilt, wie Tierschutzorganisationen warnen.

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