Original aus Rio de Janeiro : Weltmeister-Tor von 2014 kann an der Ostsee von jedem beschossen werden

Mario Götze erzielt das entscheidende Tor im Finale der WM 2014 in Rio. Diese Stück Fußballgeschichte steht nun an der Ostsee.
Mario Götze erzielt das entscheidende Tor im Finale der WM 2014 in Rio. Diese Stück Fußballgeschichte steht nun an der Ostsee.

Den Schuss von Fußballer Mario Götze zum WM-Titel 2014 in Rio de Janeiro werden viele Menschen noch in Erinnerung haben.

von
27. Juni 2019, 18:05 Uhr

Wangels | Für viele Deutsche dürfte das Tor aus dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft ein kleines Heiligtum sein. Nun hat es an der Ostsee ein neues Zuhause gefunden. Und es darf nicht nur aus der Ferne bestaunt werden – denn nun steht es an der Ostsee und große und kleine Kicker können es Götze nachmachen und den Ball feste in das originale WM-Tor von Rio donnern.

WM-Tor bei eBay ersteigert

Seit Mittwoch steht es im Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand im Kreis Ostholstein. Das Unternehmen hatte das Tor vor fast einem Jahr auf der Online-Auktionsplattform Ebay ersteigert - für 21.050 Euro und kostenlosem Versand. 157 Gebote hatte es für das 2,57 Meter hohe und 7,57 Meter breite Tor 157 Gebote gegeben. Das Geld kam komplett der Kinderhilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" zugute, zweckgebunden für Projekte in Brasilien.

Metal mit "Gänsehautgefühl"

"Nach der verkorksten WM 2018 ist das Tor nochmal ein Stück wertvoller", sagte Park-Geschäftsführer David Depenau am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei ein Stück Metall mit hohem Reliquienwert. Diejenigen, die bereits den Ball darin versenken konnten, hätten von einem "Gänsehautgefühl" gesprochen.

Das Tor habe einiges zu bieten: "Der Artikel weist Gebrauchsspuren einer Fußballweltmeisterschaft auf: Leichte Abriebspuren von scharf geschossenen Bällen, getrocknete Schweißtropfen, sowie Frust- und Freudentränen von Weltklassefußballern und Torhütern", steht noch immer bei den Artikelmerkmalen auf Ebay geschrieben. Ebay selbst hatte das Tor eigenen Angaben zufolge nach Deutschland geholt. Zuvor soll es in den Katakomben des Maracanã-Stadions in Rio de Janeiro verstaubt und beinahe in Vergessenheit geraten sein.

Tor nicht im Deutschen Fußballmuseum

Für Fußballfans dürfte das Tor aus Aluminium eine echte Devotionale sein – also eine Art Heiligtum. Dass es dennoch nicht im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund gelandet ist, findet Museumsdirektor Manuel Neukirchner gar nicht so wild. "Das ist völlig in Ordnung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Museum habe bereits das "sporthistorisch wichtigere" Tor ergattert – nämlich das Halbfinaltor vom legendären 7:1-Spiel gegen Brasilien.

"Das Tor steht nicht nur für die meisten Torschüsse, sondern auch für eine Haltung", sagte Neukirchner. Die Deutschen hätten – obwohl sie den Gastgebern in dem Spiel eine enorm hohe Niederlage beschert hätten - mit viel Feingefühl gespielt, seien nicht überheblich gewesen und hätten die Brasilianer nicht vorgeführt. So etwas werde es bei einer WM wohl nie wieder geben. Wann das Tor im Museum gezeigt werden soll, war zunächst unklar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen