Mord an Freier mit 16 Jahren : Wegen Mordes verurteilte Ex-Kinderprostituierte Cyntoia Brown in den USA begnadigt

Der Gouverneur von Tennessee, Bill Haslam, hat Cyntoia Brown begnadigt.
Der Gouverneur von Tennessee, Bill Haslam, hat Cyntoia Brown begnadigt.

Sie sollte lebenslänglich hinter Gitter, weil sie als 16-Jährige einen Freier erschoss: Nun ist Cyntoia Brown frei.

svz.de von
07. Januar 2019, 23:02 Uhr

Chicago | Eine frühere Kinderprostituierte in den USA, die wegen Mordes an einem Freier zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, ist begnadigt worden. Der Gouverneur des US-Bundesstaats Tennessee, Bill Haslam, begründete seine Entscheidung am Montag damit, dass die Strafe für die inzwischen 30-jährige Cyntoia Brown "zu harsch" gewesen sei. Er nannte ihren Fall "tragisch und komplex". Browns Fall hatte vor einigen Jahren durch einen Dokumentarfilm breite Aufmerksamkeit erlangt. Zahlreiche Prominente – darunter die Schauspielerin Ashley Judd, Reality-Star Kim Kardashian und Popsängerin Rihanna – setzten sich für sie ein.

Opfer des Menschenhandels

Ihre Unterstützer beschrieben Brown als traumatisiertes Opfer des Menschenhandels. Sie war von zu Hause weggelaufen und befand sich unter der Kontrolle eines gewalttätigen Zuhälters. Im Alter von 16 Jahren erschoss sie einen Freier, der früher Scharfschütze bei der Armee war und ihr in seiner Wohnung seine Waffen gezeigt und dann brutal zwischen die Beine gegriffen haben soll.

Eine Jury verurteilte die junge Frau wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe mit der Auflage, dass sie frühestens erst nach 51 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden dürfe. Die jetzige Begnadigung Browns begründete Gouverneur Haslam auch damit, dass sie in der Haft große Anstrengungen unternommen habe, um "ihr Leben neu zu gestalten". Brown soll nun im August auf Bewährung aus der Haft entlassen werden, nachdem sie noch ein Coaching für die Rückkehr in die Freiheit absolviert hat. Ihre Bewährungszeit setzte der Gouverneur auf zehn Jahre fest.

Brown dankte in einem von der Zeitung "The Tennessean" veröffentlichten Statement dem Gouverneur und ihren Unterstützern. Sie versprach, "alles zu tun, was ich kann, um Euren Glauben an mich zu rechtfertigen".

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