Große Sturmschäden erwartet : Hurrikan "Dorian" nähert sich Florida: Direkter Kurs auf Trumps Mar-a-Lago

Rauscht 'Dorian' über das sogenannte 'Southern White House' Mar-a-Lago hinweg? Noch ist nicht klar, wo der Hurrikan an Land kommt.
Rauscht "Dorian" über das sogenannte "Southern White House" Mar-a-Lago hinweg? Noch ist nicht klar, wo der Hurrikan an Land kommt.

Behörden rechnen mit erheblichen Sturmschäden. Auch eine Immobilie des Präsidenten könnte betroffen sein.

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30. August 2019, 07:56 Uhr

Washington/Miami | Die Menschen in Florida wappnen sich für den vielleicht stärksten Hurrikan, der den US-Bundesstaat seit fast drei Jahrzehnten getroffen hat. Der herannahende Wirbelsturm "Dorian" soll am Wochenende auf die Südostküste der USA treffen, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum am Freitag mitteilte. Es handle sich um einen "extrem gefährlichen Hurrikan", der in den kommenden Tagen an Stärke zunehme. Politiker riefen Anwohner auf, sich mit ausreichend Trinkwasser, Essen und Medizin einzudecken.

Präsident Donald Trump warnte mit eindringlichen Worten – und sagte eine geplante Polen-Reise vorsorglich ab. "Alles deutet darauf hin, dass er sehr hart zuschlagen wird und dass es sehr groß wird", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Videobotschaft. "Es sieht so aus, als wenn es ein absolutes Monster sein könnte." (Weiterlesen: Wie Donald Trump bei der Online-Wahlwerbung trickst und täuscht)


"Katastrophale Schäden" erwartet

"Dorian" sammelt derzeit über dem warmen Wasser des westlichen Atlantiks Kraft und gilt mit Windböen von bis zu 170 Kilometern pro Stunde inzwischen als Hurrikan der Stufe zwei. Bis er in Florida auf Land trifft, könnte er allerdings die Stufe vier von insgesamt fünf erreichen, sagte der Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ken Graham.

Zu Hurrikans dieser Größenordnung erklärt das Zentrum: "Es wird zu katastrophalen Schäden kommen". Solche Stürme verursachten heftigen Regen, zerstörerische Winde und lebensgefährliche Überschwemmungen. Sie rissen Strommasten und Bäume um, zerstörten Wohnhäuser. In der Folge könnten betroffene Gebiete für Tage oder gar Wochen ohne Strom und unbewohnbar sein.


Das Erdbeobachtungsprogramm der EU, Copernicus, nahm diese Aufnahmen aus dem All von "Dorian" auf:


Trumps Anwesen könnte in Gefahr sein

Noch ist unklar, wo genau der Hurrikan auf Land treffen wird. Daher müssten sich die Menschen derzeit von den Florida Keys südlich von Miami bis hin zum nördlich angrenzenden Bundesstaat Georgia für den Sturm wappnen. "Es ist zu früh, um Entscheidungen über Evakuierungen zu treffen", sagte der Bürgermeister von Jacksonville Lenny Curry laut "New York Times".

Auch Trumps bevorzugtes Privatanwesen Mar-a-Lago in Palm Beach wäre womöglich vom Hurrikan betroffen. Der schlossähnliche Komplex liegt in der erwarteten Einflugschneise:



Hamsterkäufe in Supermärkten und an Tankstellen

Derweil rüsten sich die Amerikaner für den Notfall: US-Medien berichten von Hamsterkäufen und langen Schlangen an Tankstellen. Regale in Supermärkten seien vielerorts leer. Konserven, Trinkwasser, Hygieneartikel und Bananen waren ausverkauft, berichtete Abrooke Koontz, Anwohnerin in Port Orange, dem Sender CNN. "Menschen versuchten, um die Wette zu rennen", sagte sie. "Es ist wie in einem Irrenhaus", sagte Tankstellen-Mitarbeiterin Ashli Presnell der "New York Times". Die Autos reihten sich den ganzen Tag schon Stoßstange an Stoßstange. "


Jeder Einwohner von Florida sollte für mindestens sieben Tage Vorräte haben, darunter Essen, Wasser und Medizin sowie einen Plan für den Katastrophenfall", erklärte der Gouverneur von Florida, Ron deSantis bereits am Mittwoch. "Holt euch Wasser, Benzin und Bargeld aus den Geldautomaten", sagte der Bürgermeister der Stat West Palm Beach, Keith James, dem Sender CNN. In Florida gilt mittlerweile der Ausnahmezustand ebenso wie in Küstengebieten Georgias. Dies soll die Vorbereitungen und Rettungseinsätze erleichtern.

Leere Regale für Wasserflaschen in einem Supermarkt zeigen, dass sich die Bürger des US-Bundesstaates Florida den Notstand eingedeckt haben. Foto: dpa/Marcus Lim/AP
dpa/Marcus Lim/AP
Leere Regale für Wasserflaschen in einem Supermarkt zeigen, dass sich die Bürger des US-Bundesstaates Florida den Notstand eingedeckt haben. Foto: dpa/Marcus Lim/AP



Wird "Dorian" schlimmer als "Andrew" 1992?

Trump sprach von Befürchtungen, dass der Wirbelsturm genauso folgenreich werden könnte wie einst Hurrikan "Andrew" – oder gar noch schlimmer. Als "Andrew" 1992 als Sturm der Kategorie fünf auf die Ostküste Floridas traf, kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die Schäden in verschiedenen Bundesstaaten beliefen sich damals auf rund 43 Milliarden US-Dollar.

Puerto Rico blieb verschont

Das Zentrum des Hurrikans steuert derzeit aus der Karibik kommend langsam auf die US-Küste zu. Am Mittwoch war "Dorian" östlich des US-Außengebiets Puerto Rico an den Jungferninseln vorbeigezogen. Es gab dort zunächst keine Berichte über große Schäden oder Opfer. Am Sonntag soll der Wirbelsturm über den Nordwesten der Bahamas ziehen. Der Sturm trifft die USA an einem verlängerten Wochenende – am Montag ist dort ein Feiertag. Einige Fluggesellschaften ließen Passagiere Flüge kostenlos umzubuchen, wie US-Medien berichteten.

Statt Trump werde nun Vizepräsident Mike Pence für die USA an den Gedenkveranstaltungen zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Polen teilnehmen. Er habe dies telefonisch auch Polens Präsident Andrzej Duda erklärt und hoffe, die Reise bald nachholen zu können, sagte Trump. Er sollte ursprünglich am Sonntagmorgen in Warschau ankommen.

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