50 Jahre Björn-Steiger-Stiftung : Der tragische Tod eines Achtjährigen im Jahr 1969 rettet heute Leben

Die Eltern von Björn – Siegfried und Ute Steiger – haben viel zur Verbesserung des deutschen Rettungswesens beigetragen.
Die Eltern von Björn – Siegfried und Ute Steiger – haben viel zur Verbesserung des deutschen Rettungswesens beigetragen.

Der Tod des kleinen Björn Steigers hätte verhindert werden können, doch der Krankenwagen kam erst nach 56 Minuten.

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03. Mai 2019, 05:47 Uhr

Winnenden | Die bundesweiten Notfallnummern 110 und 112 gelten in Deutschland heute als Selbstverständlichkeit, doch ihre Einführung hatte einen traurigen Ausgangspunkt: Der kleine Junge Björn Steiger kam vor 50 Jahren – am 3. Mai 1969 – auf tragische Weise ums Leben. Er wurde nur acht. Die "Björn Steiger Stiftung" enthüllt am Freitag in Winnenden bei Stuttgart einen Gedenkstein mit einem Porträt Björns.

Der Stein steht an dem Ort, wo der Junge nach einem Schwimmbadbesuch die Straße überqueren wollte und von einem Auto erfasst wurde. Das Kind starb nicht an seinen Verletzungen, sondern an einem Schock. Weil der Krankenwagen erst nach 56 Minuten kam, konnte es nicht gerettet werden. Von einer "Tragik-Geschichte" spricht Björns Vater gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Eltern verbesserten deutsches Rettungswesen

Noch in der Nacht wurde den Eltern – Siegfried und Ute Steiger – klar, dass sie etwas ändern müssen und gründeten daraufhin die Stiftung, die sich der Verbesserung des deutschen Rettungswesens widmet.

Und es gibt Einiges, was sie seither schon alles erreicht hat: Dazu zählen die Einführung der bundesweiten Notrufnummer 110/112 (1973), der erste Baby-Notarztwagen (1974), die Einführung der Defibrillation durch Laienhelfer (2001) und die Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen (2006).

Notrufsäulen wurden mittlerweile abgebaut

Auch die lange bestehende Ausstattung deutscher Straßen mit Notrufsäulen geht auf eine Initiative der Steigers zurück. Weil heute faktisch jeder ein Handy hat, wurden die einst rund 8000 orangenen Lebensretter allerdings mittlerweile abgebaut – bis auf 1056 in Baden-Württemberg. Sie stehen insbesondere noch in Regionen mit schlechtem Mobilfunkempfang.

Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn-Steiger-Stiftung. Foto: dpa/Christoph Schmidt
dpa/Christoph Schmidt
Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn-Steiger-Stiftung. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Weiterlesen: Notrufsäulen an Autobahnen – werden sie überhaupt noch genutzt?

Seit 2010 leitet der jüngere Sohn des Paares, Pierre Steiger, die Stiftung mit ihren 200.000 Förderern. Er sieht noch erhebliche Defizite im deutschen Rettungswesen, etwa bei der Personalsituation im Rettungswagen. Deshalb sei das Ziel der Stiftung noch lange nicht erfüllt: sich selbst überflüssig zu machen. Sein Vorschlag: Den Zivildienst für alle einzuführen.

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