Kriminalität im Darknet : Schlag gegen illegalen Drogen-Marktplatz

Auf der Darknet-Plattform 'Wall Street Market' sollen gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und vor allem Drogen angeboten worden sein.
Auf der Darknet-Plattform "Wall Street Market" sollen gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und vor allem Drogen angeboten worden sein.

Auf dem "Wall Street Market" sollen vor allem Drogen angeboten worden sein. Drei mutmaßliche Betreiber sitzen in Haft.

von
03. Mai 2019, 08:33 Uhr

Wiesbaden | Behörden aus Europa und den USA ist gemeinsam ein Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren im Internet gelungen. Die Ermittler hoben den nach ihren Angaben weltweit zweitgrößten illegalen Marktplatz im sogenannten Darknet aus.

Mutmaßliche Betreiber in Haft

Auf der Plattform "Wall Street Market" seien gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und vor allem Drogen angeboten worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag. Nun säßen die drei mutmaßlichen Betreiber in Haft. Beim Darknet handelt es sich um einen abgeschirmten Teil des Internets. Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) über das Thema berichtet.

Bei den Männern soll es sich um einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 22-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen) und einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg) handeln. Die Verdächtigen sollen an den Verkäufen über die Plattform verdient haben. Weitere Details wollen die Ermittler auf einer Pressekonferenz an diesem Freitag (12 Uhr) in Wiesbaden bekanntgeben.

Mehr als 1,1 Million Kundenkonten

Laut Pressemitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA) war die illegale Plattform nur über ein Anonymisierungs-Netzwerk im Darknet zugänglich und auf den internationalen Handel mit kriminellen Gütern ausgerichtet. Zuletzt waren auf dem Online-Markplatz über 63.000 Verkaufsangebote eingestellt sowie mehr als 1,1 Millionen Kundenkonten und 5400 Verkäufer angemeldet. Die Server des illegalen Online-Marktplatzes wurden am 2. Mai 2019 beschlagnahmt.

Was die Ermittler bei den Tatverdächtigen gefunden haben

Dem BKA zufolge hatte es vor den Festnahmen verdeckte Ermittlungen gegeben, an denen sich auch US-amerikanische und niederländische Strafverfolgungsbehörden sowie die europäische Polizeibehörde Europol beteiligten. Seit März 2019 richteten sich die Ermittlungen gegen die drei deutschen Staatsangehörigen, die als Tatverdächtige identifiziert wurden. Diese hatten die Plattform am 23. April in den Wartungsmodus gesetzt und begannen die von den Kunden auf dem Marktplatz hinterlegten Geldbeträge an sich selbst zu überweisen. Dieses Vorgehen wird in der Szene als "Exit-Scam" bezeichnet.

Bei Durchsuchungen von Wohnungen der Tatverdächtigen stellten die Ermittler Bargeld in Höhe von rund einer halben Million Euro sicher. Hinzu kamen Beträge in Kryptowährungen, die im sechsstelligen Bereich lagen. Auch hochwertige Autos sowie zahlreiche Beweismittel etwa Computer und Datenträger seien sichergestellt worden. Bei dem 22-jährigen Tatverdächtigen aus Kleve wurde zudem eine Schusswaffe gefunden.

In den USA wurden während der Ermittlungen in Los Angeles zwei der umsatzstärksten Anbieter von Betäubungsmitteln auf "Wall Street Market" identifiziert und festgenommen. Bei Durchsuchungen der Wohnungen der US-amerikanischen Tatverdächtigen wurden außer Drogen auch eine Vielzahl von illegalen Waffen sowie Bargeldbestände in Millionenhöhe gefunden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen