Großschadenslage ausgerufen : "Einmalige Dimension": Feuerwehr kämpft gegen Waldbrand in Brandenburg

Jedes Jahr aufs Neue brennt der Wald bei Jüterbog südlich von Potsdam.
Jedes Jahr aufs Neue brennt der Wald bei Jüterbog südlich von Potsdam.

Da sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz noch alte Munition befindet, lösen die Flammen eine Kettenreaktion aus.

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06. Juni 2019, 18:15 Uhr

Jüterbog | Der Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg hat sich als schwerer zu löschen erwiesen als zunächst angenommen. Der Landkreis Teltow-Fläming hat das Feuer am Donnerstag als Großschadenslage eingestuft und die vollständige Einsatzleitung übernommen.

"Das hatten wir so noch nie"

Kreisbrandmeister Tino Gausche sprach von einer "einmaligen Dimension" des Brandes. "Das hatten wir so noch nie", sagte er am Donnerstag. Jüterbog hatte seit Anfang der Woche die Einsatzleitung bei dem Großbrand in seinem Verwaltungsgebiet. Das Ausmaß sei aber inzwischen so groß, dass die Stadt das nicht mehr leisten könne, sagte eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Brandgebiet breitete sich auf rund 800 Hektar aus. Es war der größte Waldbrand in der Mark seit Jahrzehnten. Mittlerweile regnete es – ob das half, den Band einzudämmen, konnte die Stadtsprecherin aber zunächst nicht einschätzen.

Foto: dpa/Christoph Soeder
dpa/Christoph Soeder
Foto: dpa/Christoph Soeder

Die Gefahr lauert im Boden

Jedes Jahr aufs Neue brennt der Wald bei Jüterbog südlich von Potsdam. Die Flammen lösen eine Kettenreaktion aus: alte Munition entzündet sich und setzt weitere Waldflächen in Brand. Die Gefahr lauert im Boden. Der ehemalige Truppenübungsplatz von etwa 9000 Hektar wurde von 1864 bis 1992 militärisch genutzt: Während der Kaiserzeit, im Ersten und Zweiten Weltkrieg, zu DDR-Zeiten bis zur Gegenwart wurde Munition aller Art abgefeuert. Blindgänger blieben einfach liegen, alte Kampfmittel bilden mittlerweile eine dicke Schicht im Erdboden. In den vergangenen Jahrzehnten verrotteten sie und wurden damit unberechenbar. Betreten des Geländes ist undenkbar und könnte tödlich enden. Warnschilder weisen darauf hin.

Foto: dpa/Julian Stähle
dpa/Julian Stähle
Foto: dpa/Julian Stähle


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