Berliner Zoo : "Vorbildliche Eltern": Schwules Pinguin-Paar brütet Ei aus

Die beiden Königspinguine Skipper und Ping könnten bald Eltern werden. Foto: dpa/Zoo Berlin
Die beiden Königspinguine Skipper und Ping könnten bald Eltern werden. Foto: dpa/Zoo Berlin

Zuvor versuchten die beiden Pinguine immer wieder Steine und Fische auszubrüten.

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09. August 2019, 22:22 Uhr

Berlin | Im Berliner Zoo ist Brüten auch schon mal reine Männersache: Die homosexuellen Königspinguine Skipper und Ping kümmern sich gemeinsam rührend um das Ei einer Artgenossin, wie Zoosprecher Maximilian Jäger sagte, nachdem die Zeitungen "B.Z." und "Bild" am Freitag darüber berichtet hatten. "Die beiden Pinguin-Männer verhalten sich wie vorbildliche Eltern und wärmen das Ei abwechselnd."

Homosexualität im Tierreich nicht ungewöhnlich

Skipper und Ping sind zehn Jahre alt und siedelten erst im April aus dem Hamburger Tierpark Hagenbeck nach Berlin um. Sie verbringen sehr viel Zeit miteinander und beschützen das Ei vor Artgenossen. "Gleichgeschlechtliche Pinguin-Paare gibt es auch im natürlichen Lebensraum", erläuterte Jäger. Das sei im Tierreich nicht ungewöhnlich. In anderen Zoos gebe es ebenfalls Männerpaare, auch bei Pinguinen.

"Sie haben versucht, Fische und Steine auszubrüten"

Dass die beiden watschelnden Vogelmännchen Eltern werden möchten, hatten sie schon früher signalisiert. "Sie haben versucht, Fische und Steine auszubrüten", berichtete Jäger. Das echte Ei haben Pfleger Skipper und Ping Mitte Juli angeboten, weil die einzige Pinguin-Dame in der sechsköpfigen Gruppe in den vergangenen Jahren keinen Erfolg bei der Brut hatte. Die beiden Männchen begannen sofort mit der Arbeit.

Brutzeit beträgt 55 Tage

"Wir wissen nicht, ob dieses Ei befruchtet ist", sagte Jäger. Falls ja, würde nach rund 55 Tagen ein Jungtier schlüpfen. In anderen Zoos hätten homosexuelle Pinguine bereits Bruterfolge gehabt, ergänzte der Sprecher. Für Berlin wäre das neu.

Dass sich bei Königspinguinen Männchen und Weibchen abwechselnd ums Brüten kümmern, ist normal. Sie legen sich das Ei dafür auf ihre Füße und stülpen eine Bauchfalte darüber.

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