Mit "Stopp"-Signal : Von Polizei entwickelt: In Japan gibt es eine Anti-Grapscher-App

In Tokio sind die Züge notorisch überfüllt.
In Tokio sind die Züge notorisch überfüllt.

In notorisch überfüllten Zügen in Japan kommt es immer wieder zu Belästigungen. Mit einer App können sich Opfer wehren.

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21. Mai 2019, 12:14 Uhr

Tokio | Eine Smartphone-App der Polizei von Tokio gegen Grapscher ist in Japan zum Riesenerfolg geworden: Mit der App können Opfer von unsittlichen Berührungen in den notorisch überfüllten U-Bahnen auf ihre Lage aufmerksam machen, ohne sich selbst äußern zu müssen. Mit Aktivierung der App ertönt entweder ein "Stopp" in höchster Lautstärke - oder auf dem Display erscheint die Notrufmeldung "Es gibt einen Angreifer, bitte helfen", welche die Opfer anderen Passagieren dann zeigen können.

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Download-Zahl schießt in die Höhe

Nach Polizeiangaben wurde die App bereits mehr als 237.000 Mal heruntergeladen. Dies sei eine ungewöhnlich hohe Download-Zahl für eine App des öffentlichen Dienstes. "Dank der Beliebtheit steigt die Zahl jeden Monat um rund 10.000", sagte Polizeivertreterin Keiko Toyamine der Nachrichtenagentur AFP.

Hohe Dunkelziffer

Die Opfer seien oft zu schüchtern, um laut um Hilfe zu bitten, sagte Toyamine. Mit der App könnten sie nun andere Passagiere auf ihre Lage aufmerksam machen, ohne sich selbst äußern zu müssen.

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Der jüngsten Statistik zufolge wurden 2017 900 Fälle von Belästigungen in Zügen in Tokio gemeldet. Die Dunkelziffer wird aber deutlich höher geschätzt. Den Tätern drohen bis zu sechs Monate Haft oder Geldstrafen von umgerechnet bis zu 4000 Euro. Bei Drohungen oder Gewalt sind bis zu zehn Jahre Haft möglich.

Inzwischen gibt es auf bestimmten Linien bereits Abteile nur für Frauen sowie Überwachungskameras.

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