So viele Besucher wie noch nie : Feuer unterbricht Parade beim Christopher Street Day in Hamburg

Ein Truck hatte Feuer gefangen, sodass die Parade für eine Stunde ausgesetzt wurde.
Ein Truck hatte Feuer gefangen, sodass die Parade für eine Stunde ausgesetzt wurde.

Zehntausende feiern beim Christopher Street Day in Hamburg, als es plötzlich brennt.

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03. August 2019, 17:51 Uhr

Hamburg | Mehr als 240.000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag bei der Christopher-Street-Day-Demo in Hamburg ein Zeichen für mehr Toleranz und Gleichberechtigung gesetzt. Damit konnte der Teilnehmerrekord aus dem vergangenen Jahr übertroffen werden, wie der Veranstalter Hamburg Pride e.V mitteilte.

Unter den Teilnehmern sind zahlreiche Gruppen des LSBTIQ-Community, queere Geflüchtete aus ganz Deutschland, eine Jugendgruppe aus Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg sowie Parteien und Unternehmen. Der Polizei zufolge liefen etwa 90.000 Menschen bei der Demo mit, hinzu kommen etwa 110.000 Zuschauer an der Strecke.

Große Rauchwolken über der Langen Reihe

Überschattet wurde die sonst friedliche Demonstration in diesem Jahr jedoch durch einen Brand auf einem der Lastwagen. Der Wagen der Initiative "Queer Refugees Support" war plötzlich während der Fahrt in Brand geraten. Ein technischer Defekt wird als Ursache vermutet. Meterhohe Qualmsäulen stiegen daraufhin empor. Einige aus der Gruppe auf dem Wagen versuchten zunächst noch, mit Feuerlöschern der Flammen Herr zu werden. Schon kurze Zeit später war die Feuerwehr mit vier Löschwagen vor Ort und die Polizei hatte das Areal rund um den brennenden Wagen weitflächig abgesperrt.

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"Als unsere Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stellten sie fest, dass auf der Ladefläche des Lkw Dekorationsartikel und ein Stromgenerator in Flammen standen", sagte Feuerwehrsprecher Torsten Wesselly.

Großen Respekt an die Feuerwehr und die Polizei und die umstehenden Helfer - wirklich klasse, dass das alles so besonnen abgelaufen ist und eine Panik vermieden werden konnte. Veranstalter Stefan Mielchen

Nach einer knappen Viertelstunde war der Brand gelöscht, zwei Demo-Teilnehmer wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert, zwei weitere Leichtverletzte blieben vor Ort. Die Parade konnte weitergehen.

Die CSD-Demonstranten feierten ausgelassen. Foto: imago images / Jannis Große
Die CSD-Demonstranten feierten ausgelassen. Foto: imago images / Jannis Große

Insgesamt zogen 71 Trucks, Fußgruppen und kleinere Lastwagen durch die zu großen Teilen abgesperrte Hamburger Innenstadt.

Die CSD-Route war am Samstag bei Google Maps in Regenbogenfarben eingezeichnet. Screenshot: NOZ/Google Maps
Die CSD-Route war am Samstag bei Google Maps in Regenbogenfarben eingezeichnet. Screenshot: NOZ/Google Maps

Motto 2019: "Grundsätzlich gleich – für eine bessere Verfassung"

Die Demonstration steht in diesem Jahr unter dem Motto "Grundsätzlich gleich – für eine bessere Verfassung". Gefordert wird vor allem, dass die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität in das Diskriminierungsverbot (Art. 3) im Grundgesetz aufgenommen werden.

Am Christopher Street Day putzen sich manche Teilnehmer besonders heraus. Foto: imago images / Jannis Große
Am Christopher Street Day putzen sich manche Teilnehmer besonders heraus. Foto: imago images / Jannis Große

Auch die Geschäfte waren vorbereitet auf die jährliche Pride-Parade. So gab es in einem Supermarkt an der Strecke gekühltes Bier in der Salatbar:

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Ein Bäcker verkaufte Brötchen in Penisform, "mit Mohn am Sack", wie ein Twitternutzer bemerkte:

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Ein Instagram-Nutzer würdigte die Arbeit der Hamburger Stadtreinigung, die unmittelbar nach der Parade leere Flaschen und das Konfetti der Demonstranten aufsammelte:

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Die CSD-Paraden gehen zurück auf den 28. Juni 1969. Damals stürmte die Polizei die Schwulenbar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street. Es folgten tagelange schwere Zusammenstöße zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften. Der Aufstand gilt als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung. Inzwischen wird der CSD jährlich in zahlreichen Ländern weltweit gefeiert.

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