Noch 400 Menschen an Bord : TV-Schiff "Artania" auf dem Weg nach Deutschland

Seit Ende März lag die 'Artania' im Hafen der Stadt Fremantle südlich von Perth.
Seit Ende März lag die "Artania" im Hafen der Stadt Fremantle südlich von Perth.

Zwei Wochen Corona-Quarantäne in Australien gehen damit zu Ende.

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18. April 2020, 14:13 Uhr

Canberra | Das seit Ende März nach Corona-Infektionen an Bord in Australien ankernde Kreuzfahrtschiff "Artania" hat sich auf die Heimreise gemacht. Das Schiff des deutschen Reiseveranstalters Phoenix habe am Samstag den Hafen der Stadt Fremantle verlassen, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums des Bundesstaates Westaustralien auf Anfrage der Deutsche Presse-Agentur.

Hochzeit an Bord

Das Schiff verabschiedete sich mit Hornsignalen, auf den Decks winkten Crewmitglieder den Menschen im Hafen zu. "Thank you Fremantle", war auf einem Transparent mit Herz zu sehen. Zwei der Besatzungsmitglieder wurden sogar noch kurz vor dem Ablegen am Kai getraut, wie der Sender ABC berichtete. Schulkinder aus Perth hatten zudem Postkarten geschrieben, um der Besatzung eine sichere Rückreise zu wünschen.

Das Kreuzfahrtschiff MV Artania verlässt den Hafen von Fremantle.
dpa/Richard Wainwright/AAP
Das Kreuzfahrtschiff MV Artania verlässt den Hafen von Fremantle.


An Bord befinden sich nach Angaben des Reiseveranstalters gut 400 Menschen, hauptsächlich Crew-Mitglieder. Lediglich acht Passagiere entschieden sich gegen einen Heimflug und für eine Rückfahrt per Schiff. "Der Kapitän und wir sind sehr froh, dass wir die Crew zu ihren Familien bringen können", sagte eine Sprecherin des Reiseunternehmens Phoenix. "Wir erwarten die 'Artania' Ende Mai zurück in Bremerhaven."

Mehrere Corona-Fälle

Das Schiff, bekannt aus der ARD-Dokuserie "Verrückt nach Meer", war vor zwei Wochen unter Quarantäne gestellt worden. Seit Ende März lag es in Fremantle südlich von Perth. Grund war, dass auf dem Schiff mehrere Coronavirus-Fälle aufgetreten waren.

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Mehr als 840 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden nach Deutschland geflogen, 23 Gäste und 13 Crewmitglieder kamen in australische Krankenhäuser. Ein 69 Jahre alter deutscher Passagier und zwei Besatzungsmitglieder starben.

Die Regierung Westaustraliens zeigte sich erleichtert über die Abfahrt. "Es war sehr erfreulich, sie den Hafen von Fremantle verlassen zu sehen", sagte Westaustraliens Premier Mark McGowan in Perth kurz nach dem Ablegen des Schiffs am frühen Nachmittag (Ortszeit).

Erst 70 bestätigte Corona-Tote in Australien

Im Fall eines anderen Kreuzfahrtschiffes, der "Ruby Princess", will Australien derweil mehr als 5500 ehemalige Passagiere befragen. Die Polizei im Bundesstaat New South Wales ermittelt, warum am 19. März fast 3000 Passagiere in Sydney ohne größere Gesundheitskontrollen an Land gehen durften, obwohl es Corona-Verdachtsfälle an Bord gab. Derzeit liegt das Schiff in Port Kembla nördlich von Sydney. Es müsse australische Gewässer bis Sonntag verlassen, berichtete die "Daily Mail".

In Australien gibt es bislang rund 6550 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 70 Tote durch die Lungenkrankheit Covid-19. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden gehen mehr als ein Viertel der bisherigen Ansteckungen sowie etwa 40 Prozent der Todesfälle auf Kreuzfahrtschiffe zurück, die in Australien Station machten.

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