Vater in Haft : Vermisste Deutsche: Mutter und Sohn tot in Höhle auf Teneriffa gefunden

Die Spurensuche in dem Bergen gestaltete sich wegen Nebels und vieler kleiner Schluchten als schwierig.
Die Spurensuche in dem Bergen gestaltete sich wegen Nebels und vieler kleiner Schluchten als schwierig.

Eine Beteiligung des festgenommenen Familienvaters am Tod der beiden werde laut Justizsprecher nicht ausgeschlossen.

von
24. April 2019, 19:10 Uhr

Madrid/Santa Cuz de Tenerife | Ein fünfjähriger Junge gab der spanischen Polizei den ersten Hinweis: Eine Frau aus Deutschland und ihr zehn Jahre alter Sohn sind in einer Höhle auf der spanischen Kanaren-Insel Teneriffa tot aufgefunden worden. Die Leichen der seit Dienstag als vermisst gemeldeten Deutschen seien im Rahmen einer großen Suchaktion am Mittwoch gegen 16.30 Uhr in der Höhle nahe der Gemeinde Adeje entdeckt worden, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil mit.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Mehr als 100 Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Notfalldienste Teneriffas hatten daran teilgenommen. Auch zwei Hubschrauber wurden eingesetzt.

Fünfjähriger Sohn konnte flüchten

Wie die Onlineausgabe der Zeitung "El País" unter Berufung auf die zuständigen Behörden in der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife berichtet, konnte der fünfjährige Sohn der Familie zuvor flüchten und der Polizei von der Tat berichten: Demnach habe er erzählt, dass der Vater die ganze Familie zur Höhle gebracht und dort sowohl die Mutter als auch die beiden Kinder brutal attackiert habe.

Vater festgenommen

Die genaue Todesursache sei noch unklar, eine Beteiligung des festgenommenen Familienvaters am Tod der beiden werde nicht ausgeschlossen, sagte ein Justizsprecher auf Anfrage.

Der Deutsche war nach Polizeiangaben schon am Dienstagabend in einer Wohnung in Adeje festgenommen worden, nachdem der Fünfjährige von Passanten weinend und unter Schock aufgegriffen worden sei. Der Mann habe nicht kooperiert, erklärte der Vertreter des Madrider Innenministeriums auf den Kanaren, Juan Salvador León.

Widerstand bei der Festnahme

Bei seiner Festnahme habe er zudem heftigen Widerstand geleistet. Im Polizeiverhör bestritt er den amtlichen Angaben zufolge, für den Tod seiner Frau und seines zehnjährigen Sohnes verantwortlich zu sein. Er habe versichert, hieß es, dass seine Frau und sein Sohn noch am Leben gewesen seien, als er die Hölle verlassen habe. Ein Polizeisprecher sagte auf Anfrage, es gebe noch "sehr vieles zu klären".

Adejes Bürgermeister José Miguel Rodríguez Fraga. Foto: imago images / Agencia EFE
Adejes Bürgermeister José Miguel Rodríguez Fraga. Foto: imago images / Agencia EFE

Woher die Familie in Deutschland stammt, blieb zunächst offen. Der Fünfjährige, der kein Spanisch spricht, habe der Polizei aber gesagt, dass der Vater schon seit längerem fest auf Teneriffa gewohnt habe und die in Deutschland wohnende Familie regelmäßig zu Besuch gekommen sei, sagte Adejes Bürgermeister José Miguel Rodríguez Fraga vor Journalisten. Ähnlich berichtet es die "Bild"-Zeitung.

Fünfjähriger von Sozialarbeitern betreut

Gegen den festgenommenen Mann lägen in Spanien keine Anzeigen wegen häuslicher Gewalt vor. Der Fünfjährige werde von Sozialarbeitern und Psychologen betreut, hieß es.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen