Pille, Spirale und Co. : Depressions- und Suizidrisiko: Verhütungsmittel sollen Warnhinweise bekommen

Die Einnahme der Antibabypille kann zu depressiven Verstimmungen führen.
Die Einnahme der Antibabypille kann zu depressiven Verstimmungen führen.

Auch Apotheker und Ärzte sollen Patientinnen besser aufklären und sensibilisieren.

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21. Januar 2019, 14:51 Uhr

Bonn | In Beipackzetteln von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille soll künftig vor möglichen Folgen wie Depression und Suizidgedanken gewarnt werden. Auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) werde ein neuer entsprechender Warnhinweis aufgenommen, teilten das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM) und mehrere Pharmafirmen am Montag in einem vor allem an Ärzte und Apotheker gerichteten Schreiben mit.

Warnungen nicht nur für die Pille

Der sogenannte Rote-Hand-Brief beziehe sich auf alle hormonellen Kontrazeptiva, erklärte ein BfArM-Sprecher auf Anfrage. Dazu werden nicht nur die Pille, sondern zum Beispiel auch Hormonspirale und -pflaster gezählt. "Die Änderungen der Fach- und Gebrauchsinformation erfolgen derzeit", so der Institutssprecher weiter.

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Hinweis auf depressive Verstimmungen

In Packungsbeilagen sollen Anwenderinnen darauf hingewiesen werden, dass manche Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel nehmen, von Depression oder depressiver Verstimmung berichten, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Außerdem heißt es: "Depressionen können schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen."

Apotheker und Ärzte sollen besser informieren

Zudem solle der Warnhinweis Apotheker und Ärzte sensibilisieren, "ihre Patientinnen entsprechend aufzuklären, sowie die Patientin informieren, ihren Arzt aufzusuchen, sobald Stimmungsänderungen und depressive Symptome auftreten", heißt es in dem Schreiben.

Hintergrund der EMA-Empfehlung vom vergangenen Herbst ist eine dänische Studie. Diese hatte gezeigt, dass eine hormonelle Verhütung wohl mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden ist.

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