Vergewaltigungsfall Mülheim : Eltern der Mitschüler in Sorge: Verdächtige sollen vor Ferien nicht mehr zur Schule

Ein Kameramann filmt einen Spielplatz, in dessen Nähe eine junge Frau von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und sexuell missbraucht worden ist. Foto: dpa/Roland Weihrauch
Ein Kameramann filmt einen Spielplatz, in dessen Nähe eine junge Frau von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und sexuell missbraucht worden ist. Foto: dpa/Roland Weihrauch

Zur Schule werden die Verdächtigen vor den Ferien nicht mehr gehen. Die Behörden stimmen ihr Vorgehen nun ab.

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09. Juli 2019, 12:17 Uhr

Mülheim | Im Mülheimer Vergewaltigungsfall mit fünf minderjährigen Tatverdächtigen wollen Polizei und Stadt am Dienstag ihr weiteres Vorgehen besprechen. Es gehe darum, sich gegenseitig zu informieren und nachvollziehen zu können, wer welche Aufgaben übernimmt, hatte Sozialdezernent Marc Buchholz am Montag angekündigt. An dem Gespräch sollten unter anderem Oberbürgermeister Ulrich Scholten (SPD), Vertreter des Jugendamts und Vertreter der Polizei teilnehmen.

14-Jähriger in Untersuchungshaft

Drei 14-Jährige und zwei 12-Jährige stehen im Verdacht, eine junge Frau am Freitagabend in einem Waldstück vergewaltigt zu haben. Nachdem zunächst alle fünf wieder auf freien Fuß gekommen waren, kam am Montag einer der drei 14-Jährigen wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Er soll in strafunmündigem Alter wegen zwei sexuellen Belästigungen aufgefallen sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Bezirksregierung Düsseldorf erklärte, dass die fünf Verdächtigen bis zu den Sommerferien ihre Schulen in Mülheim nicht mehr besuchen werden. "Entsprechende Verfügungen werden derzeit vorbereitet", hatte eine Behördensprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Alle Verantwortlichen nähmen die Sorgen der Eltern der Mitschüler sehr ernst.

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Strafmündigkeit in der Diskussion

Die Polizei will noch weitere Zeugen vernehmen und unter anderem DNA-Spuren auswerten. Eine eigene Ermittlungskommission soll nicht gebildet werden. Der Fall wird von einem Kommissariat bearbeitet, das sich nur mit Sexualstraftaten befasst.

Angesichts des jungen Alters der Tatverdächtigen hatte unter anderem der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, gefordert, das Alter für die Strafmündigkeit in Deutschland auf 12 Jahre herabzusetzen.

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Der Deutsche Richterbund wies das Ansinnen zurück. "Die Gleichung mehr Strafrecht gleich weniger Kriminalität geht bei den Jugendlichen nicht auf", teilte der Vorsitzende Jens Gnisa der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Jugendstrafrecht habe sich im Grundsatz bewährt. "Es hat durch den darin niedergelegten Erziehungsauftrag zu einem deutlichen Rückgang der Jugendkriminalität geführt", so Gnisa. Man sehe daher auch keine Notwendigkeit, das Alter für Strafmündigkeit von 14 auf 12 Jahre herabzusetzen.

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