Entführter Autohändler : Verdacht auf Clankriminalität: Vier Haftbefehle nach Razzia in NRW

Schwer bewaffnete Polizeibeamte stehen vor einem Wohnhaus, das bei einer Razzia gegen Clankriminalität durchsucht worden ist.
Schwer bewaffnete Polizeibeamte stehen vor einem Wohnhaus, das bei einer Razzia gegen Clankriminalität durchsucht worden ist.

Bei einer Razzia gegen Clankriminalität sind in NRW am Donnerstagmorgen mehrere Wohnungen und Firmen durchsucht worden.

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23. Juli 2020, 06:32 Uhr

Düsseldorf | Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat Haftbefehle gegen vier Männer im Alter zwischen 24 und 57 Jahren vollstreckt. Bei den Durchsuchungen am frühen Donnerstagmorgen seien außerdem mehrere hochwertige Autos beschlagnahmt worden, teilten Landeskriminalamt (LKA) und Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit.

An dem Einsatz in Wuppertal, Solingen, Essen, Bielefeld und Düsseldorf waren Spezialeinheiten der Polizei beteiligt. Auch Spürhunde waren einem Sprecher des LKA zufolge im Einsatz. Die Ermittler fanden mehrere Mobiltelefone und eine geringe Menge Bargeld. Waffen wurden nach ersten Angaben nicht entdeckt.

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Marcel Kusch/dpa



Männer sind "hinreichend polizeibekannt"

Gegen die festgenommenen Männer lagen Haftbefehle wegen des Verdachts auf erpresserischen Menschenraub, gefährliche Körperverletzung und Betrug vor. Die Beschuldigten sollen einem türkisch-arabischstämmigen Familienclan angehören. Wie der Sprecher des LKA am Morgen sagte, seien die Männer "hinreichend polizeibekannt", unter anderem wegen verschiedenster Gewaltdelikte.

Die Bekämpfung der Clankriminalität gehört zu den Ermittlungsschwerpunkten der Polizei. Dabei geht es um verschiedene Straftaten, vor allem Gewaltdelikte. Zu typischen Verhaltensweisen gehören laut einem Lagebericht des LKA die bedingungslose Loyalität innerhalb der Familie und das Verneinen hoheitlicher Autorität.

Laut LKA und Staatsanwaltschaft war der Auslöser für die Ermittlungen gegen die Männer die einige Monate zurückliegende Entführung eines niederländischen Autohändlers. Der Mann habe ein Auto von den Beschuldigten kaufen wollen. Statt wie geplant den Wagen in Empfang zu nehmen, sei der Händler um seine Anzahlung geprellt und anschließend nach Solingen verschleppt worden, um weiteres Geld zu erpressen.

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