Wegweisendes Urteil : Bayern: Polizisten dürfen Tattoos nicht offen sichtbar tragen

Tätowierungen sollen sich nicht an sichtbaren Stellen befinden.
Tätowierungen sollen sich nicht an sichtbaren Stellen befinden.

Ein Polizist mit Tätowierungen könne an Respekt verlieren, argumentierten die Vertreter des Freistaates.

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14. November 2018, 14:39 Uhr

München | Bayerische Polizisten dürfen sich weiterhin nicht sichtbar tätowieren lassen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am Mittwoch in München entschieden. Der 42 Jahre alte Polizeioberkommissar Jürgen Prichta hatte geklagt, weil das Polizeipräsidium Mittelfranken ihm verboten hatte, sich den hawaiianischen Schriftzug "Aloha" auf seinen linken Unterarm tätowieren zu lassen.

Prichta hatte 2008 seine Flitterwochen auf Hawaii verbracht und wollte mit dem Tattoo eine bleibende Erinnerung daran auf seinem Körper verewigen. "Ich bin schon enttäuscht", sagte er nach dem Urteil. "Und ich verstehe es auch nicht."

Jürgen Prichta mit seiner Ehefrau Antje warteten am Mittwoch auf das Urteil.
dpa/Britta Schultejans
Jürgen Prichta mit seiner Ehefrau Antje warteten am Mittwoch auf das Urteil.

Sichtbare Tätowierungen würden Respekt "nivellieren"

Der Verwaltungsgerichtshof sah die Dienstanweisung, dass Polizisten keine sichtbaren Tätowierungen tragen dürfen, durch den Artikel 75 des Bayerischen Beamtengesetzes gedeckt. Er bestätigte mit seinem Urteil die gleichlautende Entscheidung der Vorinstanz.

Die Vertreter des Freistaates hatten vor Gericht argumentiert, der Vorsprung an Respekt, die ihre Uniform den Polizisten verschaffe, werde durch sichtbare Tätowierungen "nivelliert".

Bundesländer haben unterschiedliche Regeln

Das Urteil ist rechtskräftig und hat grundsätzliche Bedeutung für alle Polizisten in Bayern. In anderen Bundesländern wie Berlin wird die Tattoo-Frage dagegen liberaler gehandhabt.

"Ich denke, es gibt einige Kolleginnen und Kollegen, die jetzt enttäuscht sind", sagte Rainer Nachtigall, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. "Wir haben jetzt unterschiedliche Rechtslagen in unterschiedlichen Bundesländern."

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