Stadt gegen Halterin : Urteil im Hundestreit: "Jagger" muss keinen Maulkorb mehr tragen

Um 'Jagger Bonsai von Amadis' ging es vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster.
Um "Jagger Bonsai von Amadis" ging es vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster.

Zu welcher Rasse gehört ein Hund? Bei dieser Frage kann es nicht nur um die Größe gehen, meinen die Richter.

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17. Februar 2020, 17:36 Uhr

Düsseldorf | Gleich zwei Amtstierärzte legten am Montag zusammen im Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen (OVG) in Münster das Maßband an einen Hund an. Dabei einigten sich die Gutachter bei "Jagger Bonsai von Amadis" auf eine Größe von 39,5 Zentimeter. Doch am Ende war dies nicht entscheidend. Das OVG gab den Halterinnen der Hunde "Jagger Bonsai von Amadis" und "Louis" Recht und hob eine Entscheidung aus der ersten Instanz auf (Az.: 5 A 3227/17 und 5 A 1631/18).

Jahrelanger Streit: Mini-Bullterrier oder Listenhund?

Grund der Messaktion vor dem Richtertisch: Die Stadt Düsseldorf und die Halterin des Tieres streiten sich seit Jahren um die Frage, ob das 18 Kilogramm schwere Tier ein Bullterrier im klassischen Sinne oder eine Miniatur-Ausgabe ist. Bei seiner Begutachtung durch die Stadt hatte der Veterinär vor Jahren noch 42 Zentimeter gemessen.

Doch Amtstierärzte müssen sich bei der Bewertung von gefährlichen Hunderassen neben der Körpergröße auch an weiteren Kriterien orientieren. Dabei dürfen nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen die Tiere die Größenvorgaben nicht um mehr als zehn Prozent überschreiten, wie die Richter am Montag in Münster entschieden.

Größer als von Züchtern vorgegebene Sollhöhe

Die Stadt Düsseldorf hatte die Haltung der Tiere nur unter Auflagen zugelassen, weil sie nach ihrer Auffassung zu groß für Miniatur-Bullterrier sind. Eine Messung durch einen Gerichtsgutachter hatte das zwar bestätigt. Die Tiere waren mit 39,5 und 40 wenige Zentimeter größer als die vom Zuchtverband vorgegeben Sollhöhe von 35,5 Zentimetern. Der Experte aus Bochum aber hatte darauf verwiesen, dass die Tiere außer bei der Größe nicht die notwendigen Merkmale für einen Bullterrier wie eine extrem ausgeprägte Muskulatur hätten.

Die Haltung von Bullterriern ist in NRW nach dem Landeshundegesetz nur unter Auflagen möglich. So müssen die Tiere einen Maulkorb tragen. Das Gericht hat keine Revision zugelassen. Dagegen ist eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht möglich.

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