Höhen-Spezialisten vor Ort : Unter Polizeischutz: RWE räumt erneut im Hambacher Forst

Die Polizei schützt die Arbeiter im Hambacher Forst.
Die Polizei schützt die Arbeiter im Hambacher Forst.

Das Wiesencamp der Aktivisten oder Baumhäuser seien nicht von der Räumung betroffen.

svz.de von
22. November 2018, 13:04 Uhr

Kerpen | Über einen Monat nach der wochenlangen Räumung von Baumhäusern im Hambacher Forst hat RWE mit der Beseitigung von neu errichteten Barrikaden in dem Wald am Braunkohletagebau begonnen. Die Polizei schützte nach eigenen Angaben am Donnerstag die RWE-Arbeiten, unterstützt von Kräften aus dem ganzen Land. Räumungen eines Wiesencamps des Aktivisten oder von neuen Baumhäusern seien nicht geplant, hieß es. Via Twitter appellierte die Polizei an Aktivisten im Wald: "Verhalten Sie sich ruhig und kooperativ!" Der erste größere Polizeieinsatz nach der Baumhaus-Räumung begann nach Angaben einer Polizeisprecherin friedlich.



RWE entferne unter Verweis auf das Landesforstgesetz Gegenstände und Hindernisse, die nicht in den Wald gehörten. Nachdem die Polizei mit einem Großaufgebot bis Anfang Oktober 86 illegal errichtete Baumhäuser entfernt hatte, waren wieder viele meterhohe Hindernisse – vor allem Totholz wie Baumstämme und Äste - aufgeschichtet worden.

Polizei sucht Beweismittel für Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten

Ein Aktivist, der sich am Morgen auf einer Holzkonstruktion befand, habe dazu bewogen werden können, herunterzukommen, sagte die Polizeisprecherin. Die Polizei sei auch vor Ort, um mögliche Beweismittel sicherzustellen, mit denen Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begangen werden könnten. In der Vergangenheit hatten Einsatzkräfte immer wieder Depots mit Krähenfüßen oder anderem Angriffs-Material im Wald gefunden.

Es sei kein ganz großer Einsatz, aber zu groß für die Aachener Polizei allein, sagte die Sprecherin. Auch wenn keine Baumhäuser geräumt werden, seien Höhen-Spezialisten der Polizei vor Ort.

Nach der Beseitigung der Baumhäuser wollte der Energiekonzern RWE im Oktober eigentlich einen Großteil des Waldes für den Braunkohletagebau Hambach abholzen. Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte aber einen vorläufigen Rodungsstopp. Seitdem ist der Wald nicht mehr Betriebsgelände, sondern öffentlich zugänglich und unterliegt dem Forstgesetz.

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