"Akte der Intoleranz" : Unbekannte setzen Flüchtlingsboote auf Lampedusa in Brand

Italienischen Medienberichten zufolge brannten am Freitag Boote auf Lampedusa (Symbolfoto).
Italienischen Medienberichten zufolge brannten am Freitag Boote auf Lampedusa (Symbolfoto).

Unbekannte haben auf Lampedusa die von Migranten bei ihrer Überfahrt benutzten Boote angezündet.

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06. Juni 2020, 12:28 Uhr

Rom | Italienischen Medienberichten zufolge brachen am späten Freitagabend Feuer an zwei verschiedenen Orten der Insel aus, wo die Flüchtlingsboote gelagert wurden.

Die Staatsanwaltschaft von Agrigent nahm Ermittlungen auf. Staatsanwalt Salvatore Vella sprach von Akten der Intoleranz, die der Solidarität der Einwohner Unrecht täten und den Tourismus als Haupteinnahmequelle der Insel gefährdeten.

Schändung eines Denkmals drei Tage zuvor

Bürgermeister Toto Martello sagte laut italienischen Zeitungen, hinter den Vorfällen stehe ein "genauer Plan, um ein Klima von Spannung zu nähren" und die Insel in ihrer schon schwierigen Lage zu destabilisieren. Martello verwies auf die Schändung eines Denkmals drei Tage zuvor, das an die Aufnahmebereitschaft Lampedusas erinnert.

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Die "Porta d'Europa" des Künstlers Mimmo Paladino, ein begehbares Tor am südlichsten Punkt der Insel nahe der Hafeneinfahrt, war mit Plastikplanen verhängt und mit Klebeband versperrt worden. Bei den Tätern handelte es sich nach Auffassung des Bürgermeisters um "Personen, die nicht improvisieren und sich zu bewegen wissen".

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