Fotos und Videos von Taten : Pflegerin wegen sexuellen Missbrauchs von Heimbewohnern verurteilt

Die Angeklagte (Mitte) musste sich in dem Prozess wegen Vergewaltigung von zwei demenzkranken Frauen verantworten.
Die Angeklagte (Mitte) musste sich in dem Prozess wegen Vergewaltigung von zwei demenzkranken Frauen verantworten.

Von ihren Taten fertigte die Frau offenbar Fotos und Videos an.

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14. Oktober 2019, 13:29 Uhr

Ulm | Eine Altenpflegerin ist in Ulm wegen sexuellen Missbrauchs von Heimbewohnern zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah es am Montag als erwiesen an, dass die 47-Jährige in einem Pflegeheim in Göppingen (Baden-Württemberg) eine Seniorin vergewaltigt und den Übergriff gefilmt hatte. Das Handyvideo sowie Fotos von vier weiteren, halbnackten Heimbewohnern schickte die Pflegekraft an einen Mann, den sie zuvor in einem Online-Chat kennengelernt hatte und der ihr im Gegenzug kinderpornografisches Material lieferte. Verurteilt wurde die Frau unter anderem wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung. Ein Pflegeheim sei "eine Einrichtung, auf die alle vertrauen", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Fischer. "Darum muss die Strafe deutlich ausfallen." Aber man wolle der Angeklagten auch "nicht alle Lebensperspektiven nehmen". Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Die Übergriffe ereigneten sich zwischen August und Oktober 2017.

Komplize muss sich auch vor Gericht verantworten

Laut Urteil setzte die Altenpflegerin ihre sexuellen Übergriffe auch dann noch fort, als eines ihrer Opfer Schmerzen äußerte. Strafmildernd wirkten sich die schwierigen Lebensumstände der Frau aus: erst die Trennung von ihrem Mann, dann der Tod der Mutter, schließlich selbst ein Schlaganfall und das gemeinsame Haus kurz vor der Zwangsversteigerung.

In dieser Situation lernte die Angeklagte ihren Chat-Partner über eine Online-Partnerbörse kennen. Er würde sich finanziell um sie kümmern, glaubte sie. Im Gegenzug musste sie seine Aufträge erfüllen. Dazu gehörte auch die Beschaffung der pornografischen Bilder im Pflegeheim. Aufgrund ihrer "emotionalen Abhängigkeit, ja Hörigkeit", so Fischer, habe sie die Anweisungen ihres Bekannten befolgt.

Der mutmaßliche Komplize muss sich laut Medienberichten ab Mitte November vor dem Landgericht Tübingen verantworten. Der 37-Jährige aus Ellwangen soll demnach weitere Frauen dazu angestiftet haben, pornografische Handyfilme zu beschaffen.

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