Aufschrei des Prekariats : Twittertrend #unten – Wie Menschen soziale Ungleichheit erleben

Kinder in ärmeren Familien haben es oft schwer. Betroffene berichten davon auf Twitter.
Kinder in ärmeren Familien haben es oft schwer. Betroffene berichten davon auf Twitter.

Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland wird immer größer – Zeit für einen Aufschrei, meint eine Zeitung.

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08. November 2018, 20:47 Uhr

Berlin | Der Kampf gegen sexuelle Übergriffe hat die Sammelbewegung #MeToo hervorgebracht, unter dem Hashtag #MeTwo berichten Menschen von Diskriminierung und Rassismus in Alltagssituationen, nun etabliert sich ein neues Schlagwort: #unten steht in Onlinebeiträgen, die Schlaglichter auf die gesellschaftlich Schwächeren werfen. Auf Twitter melden sich derzeit Tausende Nutzer mit dem Hashtag #unten zu Wort. Sie schildern Beispiele sozialer Abwertung.

Schüler, die von vorneherein für nicht gut genug erklärt würden:

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Bloßgestellt werden, weil man es nicht kannte, dass eine Familie ein Haus für sich allein hat:

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Wenn das Kind bei der Bildung zurückstecken müsse, weil Geld für Essen fehlt:

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Armen Familie werde nichts gegönnt:

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SPD-Bundestagsabgeordneter Karamba Diaby schreibt, früher habe er auch prekär gelebt:

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Eine Konstanzer Stadträtin schreibt von ihrem Kind, das sich ein eigenes Zimmer wünschte:

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Das Gefühl, als Bürger nicht akzeptiert zu sein:

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Wenn man sich vor finanziell Bessergestellten rechtfertigen müsse:

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Schmerzende Vorurteile:

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Anstrengende Bürokratie:

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Das karge Leben in einer armen Familie:

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Selbst nach dem Tod weniger zu haben als andere:

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Die Scham über die eigenen Lebenszustände:

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Losgetreten hat die Sammlungsbewegung die Wochenzeitung "Der Freitag". In einem Meinungsartikel beschreibt Autor Christian Baron seine persönlichen Erfahrungen als Arbeiterkind. Er bestätigt darin, was Gesellschaftsstudien schon länger herausstellen, nämlich dass Bildungserfolg und beruflicher Aufstieg in Deutschland stark von der sozialen Herkunft abhängt.

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Um auf diese Fälle aufmerksam zu machen, fehle ein Aufschrei des Prekariats. Die Zeitung richtete einen Aufruf an die Leser: "Welche Erfahrungen mit sozialer Abwertung haben Sie gemacht? Empfinden Sie Angst vor sozialem Abstieg? Wo begegnen Sie im Alltag den Vorurteilen gegen 'die Unterschicht'?" Betroffene sollen ihre Sicht der Dinge mitteilen, um die soziale Ungleichheit für alle begreifbar zu machen.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
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