Schweres Grubenunglück : Tschechien: 13 Tote nach Explosion in Bergwerk

Die Leichen der verunglückten Bergmänner können wahrscheinlich erst im neuen Jahr geborgen werden.
Die Leichen der verunglückten Bergmänner können wahrscheinlich erst im neuen Jahr geborgen werden.

Während Deutschlands letzte Zeche schließt, ereignete sich in Tschechien das schwerste Grubenunglück seit 20 Jahren.

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21. Dezember 2018, 10:57 Uhr

Karvina | Bei einer verheerenden Explosion in einem Steinkohlebergwerk im Osten Tschechiens sind 13 Arbeiter getötet worden. Das teilte ein Sprecher des Unternehmens OKD am Freitag mit. Zwei Männer lagen mit lebensgefährlichen Verbrennungen im Krankenhaus, wie die Agentur CTK berichtete. Acht weitere wurden leicht verletzt. Es ist das schwerste Grubenunglück in Tschechien seit 1990. Die Zeche liegt rund 300 Kilometer östlich von Prag.

In einer Tiefe von rund 880 Metern hatte sich am Donnerstagabend aus noch ungeklärter Ursache ein Luft-Methangas-Gemisch entzündet. Es brach ein Grubenfeuer aus. Retter suchten die ganze Nacht über verzweifelt nach Überlebenden. Wegen der enormen Hitzeentwicklung und auströmender giftiger Gase konnten sie den am schwersten betroffenen Bereich bisher nicht betreten. Die meisten der Toten können wahrscheinlich erst im neuen Jahr geborgen werden.

Grube ist seit 1968 in Betrieb

Unter den Opfern sind laut OKD zwölf Polen und ein Tscheche. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und sein tschechischer Kollege Andrej Babis eilten an die Unglücksstelle. "Das ist eine große Tragödie für alle Polen und Tschechen", schrieb Morawiecki auf Twitter und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Das Unglück sei eine große vorweihnachtliche Tragödie, sagte der Bürgermeister der betroffenen Bergwerksgemeinde Stonava, Ondrej Feber, der Zeitung "Pravo".

Die Grube bei der Stadt Karvina ist seit 1968 in Betrieb. Sie wurde vor einigen Jahren modernisiert. In Deutschland stellte am Freitag die letzte Steinkohle-Zeche ihren Betrieb ein, in Tschechien hingegen könnte die Steinkohle-Förderung nach Einschätzung der Regierung noch bis ins Jahr 2030 rentabel sein.

Der Staat hatte den Kohleförderer OKD im April für umgerechnet rund drei Millionen Euro gekauft und damit aus der Insolvenz gerettet. Das Unternehmen beschäftigt im strukturschwachen Mährisch-Schlesischen Revier rund 9500 Menschen. In diesem Jahr wurden etwa fünf Millionen Tonnen Steinkohle gefördert.

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