Lockerungen im Kreis Warendorf : Corona-Ausbruch: Einschränkungen im Kreis Gütersloh um eine Woche verlängert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt.
Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt.

Der Lockdown im Kreis Warendorf wird indes nicht verlängert und läuft am 30. Juni aus.

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29. Juni 2020, 17:05 Uhr

Düsseldorf | Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche bis zum 7. Juli eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte.

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Das Robert Koch-Institut hatte in der Nacht zu Montag neue Zahlen zur sogenannten Sieben Tage-Inzidenz veröffentlicht. Demnach liegt die im Kreis Gütersloh die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage noch deutlich über der Marke von 50. Demnach setzte sich nach sehr hohen Werten durch den Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies der Abwärtstrend fort. Laut den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh nun 112,6 solche Fälle innerhalb der vergangenen sieben Tage nach zuvor 132,9 am Sonntag und 164,2 am Samstag. Am Dienstag hatte dieser Wert noch 270,2 betragen.

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RKI-Zahlen sprechen gegen Lockerungen im Kreis Gütersloh

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen weiterhin der einzige Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in dem Kreis. Der seit Mittwoch geltende regionale Lockdown war bisher bis zum 30. Juni befristet.

Kohortierung umsetzen

Der Kreis Gütersloh hätte in enger Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Detmold und den Städten und Gemeinen Unterkünfte aktiviert, um mit Corona infizierte und nichtinfizierte Mitarbeiter des Fleischbetriebs Tönnies getrennt unterzubringen, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Gütersloh. "Das Land NRW hatte verfügt, so vorzugehen und den Kreis Gütersloh angewiesen die sogenannte Kohortierung umzusetzen." Das Unternehmen Tönnies selbst hatte bereits zuvor für diesen Zweck eigenständig Wohnungen angemietet.

76 Wohneinheiten in der Nähe des Kreishauses

In einer ehemaligen Wohnsiedlung für Angehörige der britischen Streitkräfte in der Töpferstraße mit insgesamt 76 Wohneinheiten in der Nähe des Kreishauses könne nach Zusage der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben könne eine Kohortierung stattfinden. "Wir sind in der Planung und Vorbereitung, ohne dass wir jetzt schon sagen können, wann wir diese Option umsetzen“, erklärte Krisenstabsleiter Frank Scheffer in der Mitteilung.

Familien werden nicht getrennt

Der Krisenstab würde die Unterbringung im Bedarfsfall nach Prioritäten vornehmen, im Focus stünden dabei insbesondere größere Wohneinheiten, in der Tönnies-Beschäftigte zusammen mit den Haushaltsmitgliedern jetzt wohnen. Es gebe auch Ausnahmen, so sieht die Verfügung ausdrücklich vor, dass Familien nicht getrennt werden sollten.

Zwei weitere Unterkünfte

Weitere Unterkünfte hätte der Krisenstab bereits gefunden, um Quarantäneverweigerer getrennt – positive und negative – unterbringen zu können: Ein ehemaliges Bürogebäude im Industriegebiet in Herzebrock-Clarholz sowie ein Motel in Rheda-Wiedenbrück.

Einschränkungen im Kreis Warendorf werden aufgehoben

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die wichtige Marke von 50 gefallen. Nach Daten von Montag liegt der Wert aktuell bei 22,0 Fällen.

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