Fälle in den USA : Tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze – eine traurige Liste

'Wann beginnt der/unser amerikanische Traum?' Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten führte zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.
"Wann beginnt der/unser amerikanische Traum?" Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten führte zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Die Chronologie der bisherigen Fälle zeigt: Brutale Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA nimmt nicht ab.

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02. Juni 2020, 16:43 Uhr

Washington | Miami, Ferguson, Minneapolis – brutales Vorgehen mancher Polizisten gegen Schwarze sorgt seit Jahrzehnten für gewalttätige Proteste in den USA. Beispiele:

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Miami, 1980: Ein nur mit Weißen besetztes Geschworenengericht spricht vier weiße Polizisten von der Anklage frei, sie hätten einen Schwarzen zu Tode geprügelt, der eine rote Ampel überfahren hatte. Tagelange Krawalle in Florida kosten 18 Menschen das Leben, Hunderte werden verletzt. Es sind die größten Unruhen in den USA seit der Ermordung des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King 1968.

Los Angeles, 1991: Ein Amateur-Video geht um die Welt: Es zeigt vier Polizisten, die den Afroamerikaner Rodney King nach einer Verfolgungsjagd zusammenschlagen. Ihr Freispruch führt zu Unruhen mit Dutzenden Toten. Zwei von ihnen werden in einem Revisionsverfahren 1993 zu Haftstrafen verurteilt. Das Opfer erhält eine millionenschwere Entschädigung.

Der schwarze US-Amerikaner Rodney King.
EPA/ dpa
Der schwarze US-Amerikaner Rodney King.


Cincinnati, 2001: Tödliche Schüsse eines Polizisten auf einen unbewaffneten Schwarzen lösen schwere Unruhen im US-Staat Ohio aus. Die Behörden rufen den Notstand aus. Der getötete 19-Jährige war bei einer Kontrolle geflüchtet, der Polizist wird freigesprochen.

Oakland, 2010: Nach einem milden Urteil gegen einen weißen Ex-Polizisten kommt es in Kalifornien zu Ausschreitungen und Plünderungen. Der Mann hatte einen unbewaffneten und gefesselten Schwarzen erschossen, er wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Ferguson, 2014: Der unbewaffnete schwarze Teenager Michael Brown wird bei St. Louis (Missouri) von einem Polizisten erschossen. Schwere Unruhen sind die Folge. Später tritt der Polizeichef von Ferguson zurück.

Baltimore, 2015: Ein Afroamerikaner stirbt an den Folgen einer Rückenverletzung. Er war in Polizeigewahrsam misshandelt worden. Im US-Staat Maryland kommt es zu schweren Krawallen.

Charlotte, 2016: Der Tod des 43 Jahre alten Keith Lamont Scott löst tagelange Proteste in North Carolina aus. Er war auf einem Parkplatz von Polizisten erschossen worden, neben ihm wird eine Waffe gefunden. Der Schütze wird freigesprochen.

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dpa


Sacramento, 2018: Polizisten töten einen unbewaffneten Schwarzen mit 20 Kugeln. Sie hatten sein Smartphone für eine Schusswaffe gehalten. Laut Polizei soll der 22-Jährige Autoscheiben eingeschlagen haben. Hunderte protestieren in Kalifornien gegen Polizeigewalt.

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