Lebenshilfe für Sham al-Agha : Tierliebe im Kriegsgebiet: Syrer bauen Fohlen künstliches Bein

Das Fohlen Sham al-Agha mit seiner Prothese.
Das Fohlen Sham al-Agha mit seiner Prothese.

Ein Fohlen, das bei einem Bombardement in der syrischen Provinz um Aleppo ein Bein verlor, wird nun aufgepäppelt.

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22. August 2019, 10:33 Uhr

Aleppo | Seit 2011 herrscht in Syrien ein blutiger Bürgerkrieg. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen dem Regime und Aufständischen in der westlichen Region um Aleppo hat es vor einigen Monaten auch ein Tieropfer gegeben: Das Fohlen namens Sham al-Agha verlor ein Bein.

Das junge Pferd wurde daraufhin in der von Rebellen beherrschten Region nahe der türkischen Grenze aufgepäppelt. Ein lokaler Hersteller für Prothesen bastelte dem Fohlen ein künstliches Bein.

Ein Tierarzt passt die Prothese an. Foto: AFP/ Ibrahim YOUSSOUF
Ein Tierarzt passt die Prothese an. Foto: AFP/ Ibrahim YOUSSOUF


Ein Pressefotograf der Nachrichtenagentur AFP hielt Momente fest, in denen Sham al-Agha mit seiner Prothese Gehversuche unternimmt.

Sham al-Agha kann dank der Prothese laufen und bei seiner Mutter trinken. Foto: AFP/Ibrahim YOUSSOUF
Sham al-Agha kann dank der Prothese laufen und bei seiner Mutter trinken. Foto: AFP/Ibrahim YOUSSOUF


Tierschützer beklagen, dass seit Beginn des Syrienkriegs 2011 auch etliche Tiere im Gefecht getötet oder verwundet werden. Gemeinnützige Organisationen kümmern sich in einigen Regionen um verletzte Tiere.

Das Fohlen gehört zu einer kleinen Pferdeherde. Foto: AFP/Ibrahim YOUSSOUF
Das Fohlen gehört zu einer kleinen Pferdeherde. Foto: AFP/Ibrahim YOUSSOUF


Die Region um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens ist nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg das letzte große Gebiet des Landes unter Kontrolle von Regierungsgegnern.

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In Idlib und angrenzenden Regionen gilt seit knapp einem Jahr eigentlich eine Waffenruhe. Die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und ihr Verbündeter Russland gehen seit Ende April aber wieder verstärkt gegen die Rebellen und Dschihadisten vor. Etwa 400.000 Menschen wurden nach UN-Angaben durch die Kämpfe vertrieben. Hilfsorganisationen beklagen eine dramatische humanitäre Lage. Viele Flüchtlinge leben in provisorischen Unterkünften am Rand von Ortschaften oder in halb fertigen Gebäuden.

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