Teufelsaustreibung in Berlin? : Junge Frau nach Salzwasserkur gestorben – Vier Verdächtige angeklagt

Vier Jahre nach einer angeblichen Teufelsaustreibung mit Todesfolge wurden vier Verdächtige angeklagt.
Vier Jahre nach einer angeblichen Teufelsaustreibung mit Todesfolge wurden vier Verdächtige angeklagt.

Mit einer "Salzwasserkur zur Teufelsaustreibung" sollen drei Männer und eine Frau eine 22-Jährige in Berlin getötet haben.

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28. April 2020, 13:31 Uhr

Berlin | Eine junge Frau soll in Berlin gezwungen worden sein, täglich Salzwasser zu trinken – die 22-Jährige starb an dieser sogenannten Kur zur Teufelsaustreibung. Mehr als vier Jahre später hat die Berliner Staatsanwaltschaft nun den 34 Jahre alten Ehemann, seine Eltern und einen islamischen Wunderheiler (49) angeklagt.

Ihnen werde gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, teilte die Anklagebehörde am Dienstag mit. Nach Erkenntnissen der Ermittler sollte die Ehefrau mit der gesundheitsschädlichen und letztlich tödlichen Dosis Kochsalz im Wasser gegen ihre Kinderlosigkeit behandelt werden.

Tödliche Dosis Kochsalz

Die Verdächtigen stammen nach Angaben einer Behördensprecherin aus dem Libanon, der Ehemann und der Heiler haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Warum der Fall erst jetzt angeklagt wird, war auf Nachfrage zunächst nicht zu erfahren.

Den Angehörigen und dem Wunderheiler wird zur Last gelegt, zwischen dem 30. November und 7. Dezember 2015 ihr Opfer zu der "Kur" gezwungen zu haben. Die Frau starb am 7. Dezember im Krankenhaus nach erfolglosen Reanimationsversuchen an einer Lungenembolie und einem Hirnödem.

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