Erfolgreiches Upcycling in Bayern : Rucksäcke und Kissen aus grünen Polizeiuniformen sind Verkaufsschlager

Die Bänder alter Polizei-Mützen werden zu Trageriemen: Mit derart geschicktem Design nähen Behinderte aus Tonnen übrig gebliebener Uniformen Taschen, Decken oder Kissen.
Die Bänder alter Polizei-Mützen werden zu Trageriemen: Mit derart geschicktem Design nähen Behinderte aus Tonnen übrig gebliebener Uniformen Taschen, Decken oder Kissen.

Der bayrische Innenminister sagte, Teile der Kollektion seien wochenlang ausverkauft gewesen.

svz.de von
17. April 2019, 18:02 Uhr

Nürnberg | Die grünen Polizeiuniformen gehören in Bayern seit Sommer 2018 der Vergangenheit an – viele Teile leben aber weiter als Picknickdecke, Yoga-Kissen oder Handtasche. Und die kommen nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gut an: Bestimmte Taschen der Kollektion seien über Wochen hinweg ausverkauft gewesen, sagte Herrmann am Mittwoch in Nürnberg. Etwa 35 Tonnen der alten Uniformen sind in Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderung arbeiten, umgearbeitet worden.

Angefertigt von Behinderten

Ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf geht dem Innenminister zufolge an die Bayerische Polizeistiftung. Bisher sind so rund 7600 Euro zusammengekommen. Eine Sporttasche etwa kostet 129 Euro. Die Stiftung unterstütze Beamte, die dienstunfähig geworden sind oder dauerhafte gesundheitliche Schäden erlitten haben, sowie Angehörige von Polizisten, die im Dienst ums Leben kamen, erklärte Herrmann.

Für Verkauf und Produktion ist die Barmherzige Brüder Behindertenhilfe zuständig. Eine Diplom-Designerin entwirft die Modelle. In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Deggendorf werden die Produkte vermarktet.

Die Upcycling-Produkte sind über das Internet erhältlich. Das Angebot wird ständig erweitert: Neu ist zum Beispiel eine Handtasche aus alten Jacken. Der Riemen besteht aus aneinandergenähten Hutbändern – Kostenpunkt 75 Euro. Seit August 2018 trägt jeder bayerische Polizist blau statt grün.

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