Missbrauchs-Doku über Michael Jackson : Wann läuft "Leaving Neverland" im deutschen Fernsehen?

Michael Jacksons 'Wetten, dass ..?'-Auftritt von 1995.
Michael Jacksons "Wetten, dass ..?"-Auftritt von 1995.

Michael Jackson steht wegen der Doku "Leaving Neverland" in den Schlagzeilen. Dieser deutsche Sender zeigt die Doku.

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07. März 2019, 11:00 Uhr

Los Angeles | Die Dokumentation "Leaving Neverland" zu Missbrauchsvorwürfen gegen den verstorbenen Popstar Michael Jackson sorgt für Diskussionen. In dem Film werfen zwei Männer Jackson vor, in ihrer Jugend von dem Musiker missbraucht worden zu sein. Mittlerweile steht der deutsche Sendetermin fest. "Leaving Neverland" wird von ProSieben ausgestrahlt. Der Sendetermin für die Doku "Leaving Neverland" ist der 6. April, Sendezeit 20.15 Uhr.

Anders als der US-Sender HBO, der die Dokumentation in zwei Teilen ausstrahlte, präsentiert der ProSieben den "Leaving Neverland" an einem Stück. "Die Dokumentation und die Reaktionen darauf zeigen, wie breit das öffentliche Interesse an Michael Jackson und den Anklagen gegen ihn ist“, teilte ProSieben-Chefredakteur Stefan Vaupel mit. Kindesmissbrauch sei eines der größten gesellschaftlichen Tabu-Themen.

Jacksons Musik verstummt

Die erste Ausstrahlung von "Leaving Neverland" hatte in den USA gemischte Reaktionen hervorgerufen. Nach Ausstrahlung des ersten Teils beim Bezahlsender HBO am Sonntag nahmen einige Zuschauer Jackson in Schutz, andere kündigten an, seine Musik nicht mehr zu hören.

"Michael Jackson stand deutlich länger als ein Jahrzehnt unter Überwachung des FBI. Sie haben nichts gefunden, um Behauptungen von Kindesmissbrauch zu belegen", schrieb TV-Produzent Elgin Charles bei Twitter. "Mit Blick auf die Erzählmethode ist 'Leaving Neverland' eine sehr schlechte Dokumentation", schrieb Drehbuchautor und Filmemacher Gabriel Torrelles. Beim "größten Megastar der Welt und einem Verstorbenen" erwarte er mehr Fakten und Recherche. Andere fragten, ob HBO höhere Einschaltquoten nötig habe.

"Ein Megastar, der seine Macht missbrauchte"

Comedian Rosie O'Donnell bezeichnete den Film als "quälend". Regisseur Morgan J. Freeman schrieb: "Dieser Mann muss von allen Sockeln entfernt werden und seinen angemessenen Platz in der Geschichte erhalten: ein Megastar, der seine Macht missbrauchte, um kleine Jungen zu belästigen." Der Film habe seine Antipathie gegen Jackson in "Übelkeit" verwandelt, schrieb Regisseur Ben Rock. "Was für ein grotesker Widerling." Sport-Kommentator Jason La Canfora kündigte an, er werde "nie wieder einen Michael-Jackson-Song hören".

Norwegischer Sender nimmt Jacksons Songs aus Programm

Der norwegische Rundfunk NRK will auf seinen Radiosendern zwei Wochen lang keine Lieder von Michael Jackson spielen. Grund seien die in einer US-Fernsehdokumentation erhobenen Missbrauchsvorwürfe gegen den "King of Pop", teilte der NRK am Montag mit. "Michael Jackson hat eine enorme populärkulturelle Bedeutung gehabt und ist für ein großes Publikum ein wichtiger Künstler", erklärte NRK-Musikchef Knut Henrik Ytre-Arne. Dessen Musik komplett zu verbannen, sei deshalb zunächst schwierig. Ab diesem Freitag werde man 14 Tage lang die Songs von Jackson aus den Wiedergabelisten der Sender P1, P13 und P1+ entfernen und dann schauen, wie das Publikum auf den Inhalt der Doku reagiere. Wenn sich ein zuständiger Programmleiter entschließe, doch Musik des Popsängers zu spielen, sollte den Zuhörern erklärt werden, warum.

Weiterlesen: Kann man Werk und Künstler trennen?

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